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Mittwoch, 29. Oktober 2008

Blutfettwerte genetisch bestimmt: Nicht nur Cholesterin testen

Der Fettgehalt des Blutes kann nur zum Teil über einen gesunden Lebensstil verändert werden. So ist die Menge des Cholesterin-transportierenden Eiweißes Lipoprotein a im Blut genetisch festgelegt und kann weder durch die Ernährung noch durch eine Änderung des Lebensstils beeinflusst werden. Wenn sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen innerhalb einer Familie häufen oder besonders früh auftreten, sollte deshalb nicht nur das Cholesterin, sondern immer auch der Lipoprotein-a-Wert bestimmt werden, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit.

Lipoprotein a ist ein Eiweißkörper, der Cholesterin ähnlich wie das Low Density Lipoprotein (LDL) im Blut transportiert. Es kann entzündliche Prozesse in den Blutgefäßen hervorrufen und Ablagerungen an den Gefäßwänden – so genannte Plaques – destabilisieren. Diese abgelösten Plaques können leicht den Blutfluss blockieren. Insbesondere bei Patienten, die trotz gut eingestellter Blutfettwerte immer wieder unter Gefäßerkrankungen leiden, kann Lipoprotein a die Ursache der Beschwerden sein. Denn erhöhte Werte über 30 Milligramm pro Deziliter Blut können eine Verengung der Arterien und darüber hinaus die Entstehung von Thrombosen fördern und so zu lebensbedrohlichen Gefäßkomplikationen führen.

Lipidapherese reinigt Blut

Zu hohe Werte können durch Medikamente oder effektiver mit einer so genannten Lipidapherese behandelt werden. Bei einer Lipidapherese werden Blutfette aus dem Körper entfernt, ähnlich wie die Harngifte mit der künstlichen Niere (Dialyse). Die Behandlung erfolgt, indem das Blut über eine Armvene aus dem Körper heraus geleitet wird und nach der Entfernung des Lipoproteins a dem Blutkreislauf wieder über eine 2. Armvene zugeführt wird. Damit kann der Lipoprotein-a-Spiegel um 70 Prozent gesenkt werden.

Die Behandlung muss wöchentlich bis alle 2 Wochen wiederholt werden. Seit diesem Jahr erstatten auch die gesetzlichen Krankenkassen die Lipidapherese für Hochrisikopatienten bei erhöhtem Lipoprotein a.

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