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Jupiter in BewegungNoch ein roter Fleck

22.05.2008, 17:00 Uhr

In der turbulenten Atmosphäre des Planeten Jupiter haben amerikanische Wissenschaftler einen dritten roten Fleck entdeckt.

In der turbulenten Atmosphäre des Planeten Jupiter hat sich ein dritter roter Fleck entwickelt. Er befindet sich westlich von seinen beiden Brüdern auf etwa demselben Breitengrad und ist der kleinste der drei Flecken, wie amerikanische Wissenschaftler anhand von Bildern der Teleskope Hubble und Keck herausfanden. Über die Ergebnisse der Forscher berichtet die Universität von Kalifornien in Berkeley.

Die roten Flecken zählen zu den auffälligsten Erscheinungen in der Atmosphäre des Jupiter - der größte von ihnen war bereits vor über 300 Jahren mit den damaligen Teleskopen zu erkennen gewesen. Sie entstehen, wenn sich ein Sturmsystem ähnlich dem eines Hurrikans auf der Erde bildet. Dabei wird Material aus tiefer gelegenen Schichten nach oben gesaugt. Dort erhält es durch das ultraviolette Licht der Sonne eine rötliche Farbe, vermuten die Forscher. Auch der neue rote Fleck war zuvor ein weißer Wirbelsturm. Erst durch den Anstieg in die Höhen der anderen beiden roten Flecken färbte er sich rötlich.

Wenn sich die roten Flecken weiterhin mit ihrer derzeitigen Geschwindigkeit fortbewegen, treffen der große und der kleine Fleck im August aufeinander und werden dann entweder miteinander verschmelzen oder sich gegenseitig abstoßen. Durch die neuen Bilder der Jupiteratmosphäre sehen die Wissenschaftler eine Hypothese unterstützt, nach der auf dem Planeten ein Klimawandel stattfindet: Die Atmosphäre wird insgesamt wärmer, nur am Südpol nimmt die Temperatur etwas ab.

Auch der erst 2006 in der Jupiteratmosphäre aufgetauchte rote Fleck sorgt für Aufmerksamkeit. Hier beobachtete ein weiteres Forscherteam die höchsten Windgeschwindigkeiten, die jemals auf einem Planeten gemessen wurden: Die Wissenschaftler maßen Geschwindigkeiten von rund 600 Kilometern pro Stunde, wie Andrew Cheng von der Johns-Hopkins-Universität in Laurel und seine Kollegen im Fachmagazin "Astrophysical Journal" berichten.