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WWF schlägt AlarmNur noch 350 Tiger am Mekong

26.01.2010, 15:55 Uhr

Schlechte Nachrichten im "Jahr des Tigers". In den fünf Mekong-Anrainerstaaten leben nur noch 350 Tiger. Weltweit wird die Anzahl der wild lebenden Großkatzen auf 3200 geschätzt.

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Tiger spielen in Thailand im kühlen Nass. (Foto: dpa)

Zum "Jahr des Tigers" schlägt die Umweltschutzorganisation WWF Alarm: Nur noch 350 Tiger leben in den Wäldern der fünf Mekong-Anrainerstaaten Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam nach aktuellen WWF-Berichten. Damit sei die Zahl der gefährdeten Großkatzen in Südostasien binnen zwölf Jahren um etwa 70 Prozent zurückgegangen. Weltweit gibt es schätzungsweise noch 3200 Tiger in freier Wildbahn.

"Der Tiger in der Mekong-Region wird durch Lebensraumzerstörung und vor allem durch massive Wilderei bedroht", sagt Tiger-Experte Volker Homes vom WWF. Dennoch gäbe es Hoffnung, denn insgesamt verfügten die fünf Anrainerstaaten mit rund 540.000 Quadratkilometern einen potenziellen Tiger-Lebensraum von der Größe Frankreichs. Vor allem sei ein konsequenter Kampf gegen die Wilderei von Tigern und deren Beutetieren notwendig, sagte Homes.

Nach WWF-Schätzungen gibt es in Vietnam, Kambodscha und Laos jeweils höchstens noch dreißig Tiger. Die Hauptpopulation wird in der Grenzregion zwischen Thailand und dem weitgehend abgeschotteten Myanmar vermutet. Am Mittwoch startet im thailändischen Hua Hin die erste asiatische Ministerkonferenz der dreizehn Tiger-Staaten. Auf dem Treffen sollen Schritte zur Rettung der Großkatze beschlossen werden. Das Fünf-Länder-Eck gilt auch bei Ökonomen als "Hot-Spot" mit beachtlichem Wachstumspotenzial. Nach WWF-Angaben mussten allein in Südostasien seit 1990 jährlich 2,7 Millionen Hektar Wald den Monokulturen riesiger Plantagen weichen, in denen Kakao, Kaffee, Tee, Cashew-Nüsse oder Kautschuk angebaut werden.

Quelle: dpa