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Sonntag, 26. April 2009

Chinesische Schlankheitspille: Oft kommt es zu Vergiftungen

Viele chinesische Schlankheitspillen führen ihre Konsumenten direkt zur Giftnotrufzentrale. Allein in den Anlaufstellen in Freiburg und Göttingen wurden von 2005 bis 2008 insgesamt 17 Vergiftungsfälle bekannt, berichten Mediziner im "Deutschen Ärzteblatt". Zu den Folgen der Präparate, für die mit Bezeichnungen wie "traditionelle Medizin" oder "natürliche Bestandteile" geworben wird, zählen Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und viele Symptome mehr. 2008 habe die Zahl der Fälle stark zugenommen, ergänzen die Mediziner um Dieter Müller vom Giftinformationszentrum Nord in Göttingen.

An Warnungen deutscher Behörden vor den Kapseln mangelt es nicht: Sie sind im Internet ebenso schnell zu finden wie die Anbieter der Präparate. In den untersuchten Proben wurde Sibutramin nachgewiesen. Die Dosierung pro Kapsel entsprach nahezu der doppelten Tagesmaximaldosis dieses in Deutschland zur Gewichtsreduktion zugelassenen Arzneimittels. Der Schluss der Mediziner: "Frei verkäufliche Produkte mit als pflanzlich deklarierten Inhaltsstoffen können synthetische Arzneimittel in Konzentrationen oberhalb des therapeutischen Bereichs enthalten und zu Vergiftungserscheinungen führen."

Informationen oft mangelhaft

Viele Produkte würden ohne oder mit unvollständiger Auflistung des Inhalts, der Dosierungsempfehlungen und der Nebenwirkungen in verschiedenen Zubereitungsformen geliefert. "Bei ausländischen Produkten fehlen darüber hinaus oft Übersetzungen der Produktinformationen", schreibt Müller. Betroffen waren 15 Frauen im Alter von 14 bis 38 Jahren sowie zwei Männer unbekannten Alters. Die Schwere der Vergiftung wurde in 12 Fällen als "leicht", in 3 Fällen als "mittel", in einem als "schwer" einmal als "nicht beurteilbar" eingeschätzt, heißt es im "Ärzteblatt". In vier Fällen wurden verbliebene Kapseln und Urinproben toxikologisch untersucht. Eine der Kernaussagen der Autoren lautet: "Pflanzliche Produkte sind nicht per se harmlos." Müller und seine Kollegen ergänzen: "Häufig erwarten Patienten keine Neben- und Wechselwirkungen von pflanzlichen Produkten; eine sachliche Diskussion ist wünschenswert."

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