NahrungsmittelallergienOft nur gefühlt
Nahrungsmittelallergien werden laut einer Studie öfter vermutet als tatsächlich nachgewiesen.
Nahrungsmittelallergien werden laut einer Studie öfter vermutet als tatsächlich nachgewiesen. Zwar klagen 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung über Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Forscher der Universität Würzburg fanden aber heraus, dass nur bei rund 51 Prozent der Patienten tatsächlich eine Allergie vorliegt. Bei fast 49 Prozent konnte sie weitestgehend ausgeschlossen werden, berichten die Wissenschaftler in dem in Köln erscheinenden "Deutschen Ärzteblatt" (Ausgabe 42/2008).
Allein die Allergie-Vermutung lasse die Lebensqualität vieler Menschen jedoch deutlich sinken, weil sie auf bestimmte Lebensmittel verzichten oder Ängste ihren Alltag prägen. Selbst allergische Symptome stehen nicht immer für eine Nahrungsmittelallergie, sondern können andere Gründe haben, etwa Unverträglichkeiten, Magen-Darm-Krankheiten oder psychovegetativen Reaktionen. Andererseits gebe es immer wieder auch Fälle von nicht entdeckten oder unterschätzten Lebensmittelallergien. Aufschluss aber könne nur eine intensive allergologische Untersuchung geben, so die Forscher.
Untersucht wurden 419 Patienten im Alter zwischen 10 und 85 Jahren. Alle waren mit dem Verdacht auf Nahrungsmittelallergie in die Spezialambulanz der Universität gekommen - eine sehr ausgewählte Patientengruppe also, wie die Forscher einräumen. Die Ergebnisse könnten daher nicht einer Zufallsstichprobe aus der Allgemeinbevölkerung entsprechen.