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Der Komet "Panstarrs" wird seit 2011 von Astronomen beobachtet.
Der Komet "Panstarrs" wird seit 2011 von Astronomen beobachtet.(Foto: picture alliance / dpa)

Lohnender Blick in den Abendhimmel: "Panstarrs" fliegt in Sichtweite

Von Jana Zeh

Das Jahr 2013 hält für Himmelsforscher einiges bereit. Neben dem unerwarteten Meteoritenschauer über Russland raste bereits Mitte Februar ein Asteroid an der Erde vorbei. Nun ist ein Komet bei wolkenlosem Himmel mit bloßem Auge zu sehen. Ein zweiter soll Ende des Jahres folgen.

Die ersten Himmelsgucker sind von mehreren Orten in Deutschland aus bereits fündig geworden und haben einen Kometen am Himmel erspäht. Das ist eine astronomische Rarität, die laut US-Weltraumbehörde Nasa nur alle fünf bis zehn Jahre zu beobachten ist. Der Schweifstern, der bereits im Juni 2011 von einem Teleskop auf der Vulkanspitze der Insel Maui aufgespürt wurde, trägt den gleichen Namen wie das Gerät zur Himmelsüberwachung "Panstarrs". Seine astronomische Bezeichnung lautet: C/2011 L4.

Kometen

Kometenkerne, die im Gegensatz zu Asteroiden neben Staub und organischen Bestandteilen auch aus Eis bestehen, ziehen einen Schweif hinter sich her. Der bildet sich, wenn die Eise (vorwiegend Wassereis, aber z.B. auch CO2-Eis) an der Oberfläche von der Sonne so erwärmt werden, dass sie verdampfen. Nach der Ionisation der Moleküle durch die Sonnenstrahlung bläst der Sonnenwind, der sich vorwiegend aus Protonen und Elektronen zusammensetzt, quasi einen Teil des Himmelskörpers weg.

Aus diesem Grund ist ein Kometenschweif auch immer von der Sonne weggerichtet. Ein Kometenschweif kann bis zu 100 Millionen Kilometer lang werden. In den meisten Fällen messen sie jedoch einige 10 Millionen Kilometer.

"Der Komet kam der Erde am 5. März in einem Abstand von ungefähr 160 Millionen Kilometern am nächsten", sagt Ekkehard Kührt vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Das ist etwas mehr als der Abstand zwischen Erde und Sonne. Angst vor einer Kollision sei in diesem Fall also überflüssig, so der Experte, auch wenn prinzipiell Zusammenstöße zwischen Kometen und der Erde nicht auszuschließen seien.

Kurz nach Sonnenuntergang sichtbar

Die beste Gelegenheit, "Panstarrs" ohne Hilfsmittel zu erblicken, könnte sich noch bis zum 17. März täglich kurz nach Sonnenuntergang so gegen 19 Uhr ergeben. "Zu dieser Zeit steht der Komet tief am Nordwesthimmel, der allerdings noch nicht ganz dunkel sein wird" so Kührt weiter. Der Mond scheint dagegen nur mit einer schmalen Sichel.

"Wolken könnten den von Himmelsguckern erwarteten Spaß mancherorts allerdings verderben", sagt n-tv Meteorologin Constance Ahlers. Die besten Chancen gebe es am Samstagabend, so die Expertin, denn dann sei der Himmel außer im Nordwesten Deutschlands so gut wie wolkenlos. Auch an den Tagen vorher ist es am Abend teilweise nur gering bewölkt und ein Blick Richtung Sonnenuntergang könnte sich lohnen. "Himmelsbeobachter müssen sich aber warm anziehen, weil die Temperaturen in den Abendstunden landesweit unter Null Grad sinken werden" rät die Expertin.

Auch zum Monatsende hin werden die Beobachtungsverhältnisse nicht besser. "Panstarrs" wandert zwar am Himmelszelt höher, verliert allerdings gleichzeitig an Lichtstärke, da er sich seit dem 10. März wieder von der Sonne entfernt. Und wenn nicht gerade Wolken den Blick auf den Kometen versperren, dann kann am Ende des Monats das helle Mondlicht die Sicht auf ihn erschweren. Himmelsgucker, die "Panstarrs" in den nächsten Tagen trotz Wolkenlücken nicht erblicken können, dürfen auf ein weiteres Himmelsspektakel in diesem Jahr hoffen.

"Ison" ist im Anflug

Für Dezember 2013 wird die Sichtung des Kometen "Ison" von der Erde aus erwartet. "Ison" wurde im September 2012 entdeckt. Der mit C/2012 S1 bezeichnete Himmelskörper soll sich bis Ende Dezember der Erde auf eine Distanz von weniger als 80 Millionen Kilometern nähern. Doch darf bis dahin nichts Unvorhergesehenes passieren. "Da 'Ison' auf seinem Weg wahrscheinlich schon im November der Sonne sehr nahe kommt, könnte der Komet durch die großen Gezeitenkräfte auseinanderbrechen" erklärt der Planetenforscher Kührt. Welches Schicksal "Ison" letztlich haben wird, können Experten bisher nicht vorhersagen. Passiert er die Sonne, ohne auseinanderzubrechen, dann wird sein Anblick von der Erde aus ein wahres Himmelsspektakel, denn er soll so hell wie der Vollmond sein und man soll ihn auch am Tage am Himmel beobachten können. "Der Komet 'Ison' könnte ein richtiger Weihnachtsstern werden", so Kührt weiter.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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