Dienstag, 04. November 2008
Pflanzenreste im Regenwald: Pilz stellt Diesel her
Im südamerikanischen Regenwald haben US-Forscher einen Pilz entdeckt, der einen dieselähnlichen Treibstoff herstellt. Der Pilz namens Gliocladium roseum produziert aus Pflanzenresten ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen. Darüber berichten die Wissenschaftler von der Montana State University in der Novemberausgabe des britischen Fachjournals "Microbiology" . Der neu entdeckte Pilz sei damit eine vielversprechende Quelle für Biotreibstoffe aus nicht-fossilen Energiequellen.
Die Forschergruppe um den Botaniker Gary Strobel entdeckte den Treibstoffproduzenten in einer chilenischen Scheinulme, einer Baumart aus Chile. Zwar sind Mikroorganismen, die Kohlenwasserstoffe produzieren, nichts Neues. Doch Gliocladiums Verbindungsmix sei dem handelsüblichen Diesel viel ähnlicher, als man bisher bei anderen Pilzen und Bakterien beobachtet habe, berichtet Strobels Gruppe. Die Wissenschaftler nannten das neue Treibstoffgemisch daher Mykodiesel, nach dem griechischen Wort myces für Pilz.
"Gliocladium roseum macht Kohlenwasserstoffe direkt aus Cellulose, der Hauptkomponente in Pflanzen und Papier", betonte Strobel. Und damit verdaue der Pilz auch Stängel und Sägemehl. Fast 430 Millionen Tonnen Pflanzenabfall entständen jedes Jahr in der Landwirtschaft. Andere Mikroben könnten daraus nur dann Treibstoff produzieren, wenn ein weiterer Verarbeitungsschritt zwischengeschaltet würde. Gliocladium könne die Produktion von Biotreibstoffen also stark vereinfachen.
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