Verqualmte SchwangerschaftPlötzlicher Kindstod häufiger
Wenn eine Schwangere regelmäßig passiv mitraucht, wird ein lebensrettendes Alarmsystem im Körper des Babys gehemmt. In den ersten Lebensmonaten ist es daher besonders gefährdet, an plötzlichem Kindstod zu sterben.
Säuglinge sterben laut einer Studie öfter am plötzlichen Kindstod, wenn die Mutter während der Schwangerschaft regelmäßig Zigarettenrauch ausgesetzt war. Nicht nur aktives, sondern auch passives Rauchen könne das Risiko für die Neugeborenen erhöhen.
"Selbst eine geringe Nikotinbelastung des heranwachsenden Kindes in der Gebärmutter kann dazu führen, dass die Reaktionsfähigkeit des Säuglings auf Sauerstoffmangel erheblich beeinträchtigt wird", erklärt Prof. Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung in Hannover und beruft sich dabei auf eine neue Studie kanadischer Forscher.
Das Nikotin hemmt den Angaben zufolge spezielle Zellen im Körper, die Sauerstoffmangel erkennen und darauf reagieren sollen. Wenn ein Baby zum Beispiel auf dem Bauch und mit dem Gesicht auf dem Kissen liegt, meldeten diese Zellen sofort die herabgesetzte Sauerstoffversorgung. Das Baby reagiert, in dem es seinen Kopf auf die Seite dreht, um wieder besser Luft zu bekommen. Dieses lebensrettende Alarmsystem werde durch das Nikotin deutlich herabgesetzt, warnt der Experte.
Der Schutzmechanismus wird durch bestimmte körpereigene Hormone ausgelöst. Erst in den ersten Lebensmonaten des Säuglings beginnt sein Körper, diese Hormone zu produzieren. Durch das Nikotin werde dieser Reifeprozess aber gehemmt. "Dazu muss die Mutter noch nicht einmal selbst geraucht haben - es reicht schon, wenn sie passiv mitrauchen musste", sagt Morr. In der Übergangsphase, bis die Hormone gebildet werden und das Alarmsystem funktioniert, seien die Säuglinge daher besonders gefährdet, am plötzlichen Kindstod zu sterben.