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Kein Mut beim HausarztPsychische Krisen oft unerkannt

04.05.2009, 18:08 Uhr

Psychische Erkrankungen bleiben oft unentdeckt. Offenbar gibt es ein gestörtes Kommunikationsverhalten zwischen Patienten und ihren Hausärzten.

Psychische Erkrankungen bleiben oft unentdeckt. Etwa jeder zweite Versicherte spricht psychische Beschwerden in seiner Hausarztpraxis nicht an, wie eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung zeigt. Jeder achte Patient mit psychischen Beschwerden bemängelt demnach, "dass psychische Probleme nicht ausreichend zur Sprache kamen". Die deutliche Mehrheit von 68 Prozent gab allerdings an, dass dies an ihrem mangelnden Mut gelegen habe.

Laut der Studie wurden nur bei rund acht Prozent der Patienten, die wegen psychischer Beschwerden ihren Hausarzt aufsuchten, psychische Erkrankungen auch diagnostiziert. Wandten sie sich dagegen an einen Spezialisten, berichteten rund 52 Prozent der Patienten von einer entsprechenden Diagnose. Timo Harfst von der Bundespsychotherapeutenkammer fordert eine besser abgestimmte Behandlung psychisch Kranker. Auch sollte der Arzt seinen Patienten aktiv nach psychischen Beschwerden befragen.