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"Beispiellose Überraschung"Riesen-Waran entdeckt

07.04.2010, 01:01 Uhr

Die zwei Meter lange Echse zeichnet sich vor allem durch ihre fleischlose Ernährung aus. Noch dazu sind die Männchen mit einem doppelten Penis ausgestattet.

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Der Riesenwaran von der Insel Luzon ist erst die dritte vegetarische Waran-Art. (Foto: dpa)

Auf den Philippinen ist eine neue Art von Riesenwaranen entdeckt worden. Die Echsen mit dem wissenschaftlichen Namen Varanus bitatawa werden bis zu zwei Meter lang, die Männchen sind mit einem doppelten Penis ausgestattet. Es handelt sich demnach um enge Verwandte der Komodo-Warane, die in Indonesien beheimatet sind. Allerdings ernährt sich der Varanus bitatawa im Gegensatz zum Komodo-Waran nicht von Fleisch und Aas, sondern ausschließlich von Pflanzen. Der Varanus bitatawa ist erst die dritte vegetarische Waranart, die Biologen kennen. Das internationale Team um Rafe Brown von der Universität von Kansas (USA) stellt seine Entdeckung in den "Biology Letters" der britischen Royal Society vor.

Die Wissenschaftler hatten die Echse anhand der Körpergröße, der Schuppen, der Musterung und des Erbguts als eigene Art identifiziert. Sie bekam den wissenschaftlichen Namen Varanus bitatawa, der sich vom umgangssprachlichen Namen der lokalen Bevölkerung für das Tier auf der nordphilippinischen Insel Luzon ableitet. Die Biologen hatten ein ausgewachsenes männliches Exemplar der neuen Waranart im Sommer des vergangenen Jahres von Jägern bekommen.

Die Entdeckung großer Tierarten gelingt nur noch sehr selten. So sprechen die Forscher nach dem Aufspüren des Riesenwarans von einer "beispiellosen Überraschung". Ähnlich spektakuläre Entdeckungen wurden in den vergangenen Jahrzehnten etwa aus Tansania bekannt, wo eine bis dahin unbekannte Affenart (Kipunji-Affen) entdeckt wurde, außerdem aus dem Grenzgebiet von Laos und Vietnam, wo eine zuvor nicht bekannte Art von Waldrindern (Saola) auftauchte.

Der vegetarische Riesen-Waran markiere ein unmittelbares, lohnendes Ziel für den Artenschutz, betonen die Wissenschaftler. Von Schutzbemühungen für die große Echse und ihren bewaldeten Lebensraum würden viele hundert andere Arten von Waldlebewesen profitieren.

Quelle: dpa/AFP