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Sexuell aktive Männer gefährdetRisiko für Prostatakrebs wächst

12.02.2009, 10:03 Uhr

Wer in jungen Jahren sexuell besonders aktiv ist, weist ein höheres Prostatakrebs-Risiko auf. Trotzdem warnen Experten davor, Sex ungerechtfertigt zu verteufeln.

Wer in jungen Jahren sexuell besonders aktiv ist, weist ein höheres Prostatakrebs-Risiko auf. Trotzdem warnt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) auf seiner Internetseite vor einer ungerechtfertigten Verteufelung von Sexualität, denn es gebe keine Hinweise darauf, dass häufiger Sex die Ursache der Krebserkrankung sei.

Britische Forscher hatten in einer Studie festgestellt, dass Männer, die zwischen 20 und 50 häufiger sexuell aktiv waren, vor ihrem 60. Geburtstag auch öfter Tumore in der Prostata entwickelten. Demzufolge hatten 40% der untersuchten Krebspatienten mehr als 20-mal pro Monat Sex, in einer Kontrollgruppe aus Nicht-Krebspatienten waren lediglich 32% so oft aktiv. Jenseits der 50 scheint Sex dann die Krebshäufigkeit zu verringern. 39% der Krebspatienten hatten bis zum Ausbruch ihrer Erkrankung 6 oder mehr Geschlechtspartner, im Vergleich zu 31% in der Kontrollgruppe.

Angesichts dieser überraschenden Ergebnisse warnen Experten vor voreiligen Schlüssen: "Die Studie hat lediglich eine Assoziation zwischen häufigem Sex und Prostatakrebs aufgedeckt, nicht jedoch eine ursächliche Beziehung. Man sollte deshalb nicht die Schlussfolgerung ziehen, häufiger Sex kann Krebs auslösen – dies ist sicherlich nicht der Fall", warnt Prof. Michael Köhn, Androloge aus München.

Testosteron als Auslöser?

Viel wahrscheinlicher sei, dass beides nur indirekt über andere auslösende Faktoren zusammenhängt. Bislang gibt es nur Vermutungen, worauf diese Verbindung zwischen Sex und Krebs der Prostata beruht. "Die Autoren nehmen an, dass Sexualhormone, wie z.B. das Testosteron, sowohl für die sexuelle Aktivität als auch für das erhöhte Krebsrisiko verantwortlich sein könnten. Hohe Testosteron-Spiegel könnten einerseits den Sexualtrieb steigern und andererseits für das größere Krebsrisiko verantwortlich sein. Daher könnten Männer mit höherer sexueller Aktivität häufiger an Prostatakrebs erkranken. Allerdings ist Testosteron als Risikofaktor für Prostatakrebs nicht zweifelsfrei erwiesen", erklärt Prof. Köhn.

Zudem sei dann nur schwer erklärbar, warum eine größere sexuelle Aktivität bei älteren Männern in dieser Studie mit einem geringeren Risiko für Prostatakrebs verbunden war, also einen gegenteiligen Effekt zu den bei jüngeren Männern beobachteten Risiken zeigte. Sexuell übertragbare Erkrankungen sind eine weitere mögliche Erklärung: "Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Prostatakrebs-Patienten öfter an Geschlechtskrankheiten gelitten haben. Solche Erkrankungen und damit einhergehende entzündliche Erkrankungen könnten sich ebenfalls auf das Krebsrisiko auswirken", vermutet Prof. Köhn.