Montag, 21. Januar 2008
Fleischfressende Pflanzen: Roter Teppich für die Opfer
Fleischfressende Pflanzen nutzen ein rotes Farbsignal, um Insekten in ihre Fallen zu locken. In entsprechenden Experimenten landeten in rot gefärbten Fallen deutlich mehr Opfer als in grünen, berichtet eine deutsch-britische Forschergruppe im Journal "Biology Letters". Vermutlich hebe sich die Signalfarbe Rot gut vom ansonsten eher grünen Pflanzenhintergrund ab, heißt es dort.
Experimente mit bemalten Blättern
Martin Schäfer von der Universität Freiburg und Graeme Ruxton von der University of Glasgow (Großbritannien) hatten die Fallen der Kannenpflanze Nepenthes ventricosa mit roter oder grüner Farbe bemalt. Auch in der Natur variiert die Farbe der Kannen so werden die Fallen aufgrund ihrer Form bezeichnet zwischen rot und grün. Insgesamt 15 Tage ließen die Wissenschaftler die Pflanzen jagen. Am 7. und am 15. Tag zählten sie alle gefangenen Insekten und bestimmten deren Artzugehörigkeit. In den acht Tagen zwischen den beiden Zählungen hatten die Pflanzen insgesamt 50 Insekten erbeutet, die meisten davon zählten zur Ordnung der sogenannten Zweiflügler, also zu den Fliegen und Mücken.
Rot weniger gut wahrnehmbar
In die roten Kannen hatten sich nun deutlich mehr dieser Zweiflügler verirrt als in die grünen, ergab die Auswertung. Von den anderen Insektenordnungen fanden sich zu wenige Exemplare in den Fallen, um eine statistisch sichere Aussage zu treffen. Insgesamt aber war der Beuteerfolg der roten Kannen größer als der der grünen. Auf den ersten Blick sei dieses Ergebnis erstaunlich, da Insekten die Farbe Rot weniger gut wahrnehmen können als etwa Menschen. Rot sei aber keineswegs unsichtbar für Insekten, schreiben die Wissenschaftler. Ihre Studie weise erstmals experimentell nach, dass fleischfressende Pflanzen visuelle Signale zum Beutefang nutzten.
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