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Erbkrankheiten im VisierStammzelllinien entwickelt

25.08.2008, 12:13 Uhr

US-Forscher stellen spezifische Stammzelllinien für zehn Erbkrankheiten und genetische Fehlbildungen her. Damit wollen sie die Erforschung dieser Krankheiten beschleunigen.

US-Forscher haben spezifische Stammzelllinien für zehn Erbkrankheiten und genetische Fehlbildungen hergestellt. Die Zellen sollen die Erforschung von Leiden und Erbgutfehlern wie Parkinson, Diabetes und Down-Syndrom beschleunigen. „Originäre embryonale Stammzelllinien erlauben nur, elementare Fragen zu stellen, erläuterte George Daley von der Harvard-Universität in Boston. Die neuen Zelllinien, die sein Team im Journal „Cell vorstellt, seien wertvolle Werkzeuge, um die Wurzeln genetisch mitbedingter Leiden anzupacken. „Unsere Arbeit ist erst der Anfang der Untersuchung tausender Krankheiten in der Petrischale", ist Daley überzeugt.

Die Forscher produzierten insgesamt 20 Stammzelllinien. Dafür programmierten sie ausdifferenzierte Zellen betroffener Patienten in eine Art embryonales Stadium zurück. Solche „induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) können Forscher erst seit kurzer Zeit herstellen. Zellspender waren Patienten im Alter zwischen einem Monat und 57 Jahren, wie die Wissenschaftler berichten.

Krankheiten außerhalb des Patienten verfolgen

Daleys Gruppe produzierte spezifische Stammzellen sowohl für stark vererbbare, auf ein einziges Gen zurück gehende Leiden wie die Gaucher-Stoffwechselkrankheit, als auch für umfangreichere Erbgutfehler wie das Down-Syndrom (Trisomie 21). Auch für die Erforschung komplexer Leiden wie der Schüttellähmung Parkinson, zu denen genetische, zelluläre und wahrscheinlich auch Umweltfaktoren beitragen, schufen die Forscher Stammzelllinien.

Anhand der Krankheits-spezifischen Zelllinien könnten Forscher die Entwicklung der betreffenden Leiden im Labor, außerhalb eines Patienten verfolgen, betonte Harvard-Stammzellinstitutsdirektor Doug Melton. Die neuen Zelllinien sollen in einem zentralen Magazin namens „iPS Core eingelagert werden und auch der Stammzellforscher-Gemeinschaft zugänglich gemacht werden. „Die Zelllinien aus dem ‚iPS Core' werden es Stammzellforschern weltweit erlauben, mögliche Gentherapien für manche Krankheiten zu erforschen und die Entwicklung von Medikamenten für andere voranbringen, hofft Daley. Die Forschung mit originären embryonalen Stammzellen werde dadurch allerdings nicht überflüssig.