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Astronomen entdeckten den Protostern L1527 IRS im Sternbild Stier.
Astronomen entdeckten den Protostern L1527 IRS im Sternbild Stier.(Foto: picture alliance / dpa)

Astronomische Sensation: Sternenembryo entdeckt

Astronomen haben einen Stern in der frühesten Entstehungsphase aufgespürt. Der Protostern ist höchstens etwa 300.000 Jahre alt und zählt zu den jüngsten bekannten Sternen im Embryonalstadium, wie ein internationales Forscherteam in der Zeitschrift "Nature" berichtet. Zum Vergleich: Unsere Sonne ist etwa 4,6 Milliarden Jahre alt.

Protosterne sind die Vorläufer von Sternen - in ihnen hat noch keine Kernfusion eingesetzt. Der Sternenembryo mit der Bezeichnung L1527 IRS befindet sich mehr als 450 Lichtjahre entfernt von der Erde im Sternbild Stier, wie die Forscher um John Tobin vom National Radio Astronomy Observatory (NRAO) in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia berichten. Derzeit habe er erst etwa knapp ein Fünftel der Masse unserer Sonne. Er ziehe aber reichlich Materie aus seiner Umgebung an und könne durchaus auf die Masse unseres Zentralgestirns wachsen, glauben die Wissenschaftler.

Messungen im Millimeterbereich

Solche Protosterne der Klasse 0 sind äußerst schwer zu entdecken, unter anderem weil sie nur schwach leuchten und zudem in diesem Stadium noch von großen Mengen Staub und Gas umgeben sind. Diese sogenannte Akkretionsscheibe, aus der der Protostern Materie zieht, analysierten Tobin und seine Kollegen durch Messungen im Millimeter- und Submillimeter-Bereich.

Daraus berechneten sie dann die Masse der Akkretionsscheibe sowie des Protosterns in ihrem Zentrum. Der Durchmesser der Scheibe beträgt etwa 180 Astronomische Einheiten (AU). Eine Astronomische Einheit entspricht der mittleren Entfernung der Erde zur Sonne, also etwa 150 Millionen Kilometern.

System ähnelt unserem Sonnensystem

Die Rotationsgeschwindigkeit der Materie steige mit zunehmender Entfernung von dem Protostern - ähnlich wie in unserem Sonnensystem die Umlaufgeschwindigkeiten der Planeten mit ihrer Distanz zur Sonne zunehme. "Dies ist der jüngste bislang gefundene Protostern, der dieses Kennzeichen in einer umgebenden Scheibe zeigt", sagte Tobin laut einer NRAO-Pressemitteilung.

"Dieses System sieht in vielerlei Hinsicht so aus, wie unserer Meinung nach unser eigenes Sonnensystem aussah, als es noch sehr jung war." Die Forscher gehen davon aus, dass in der Umgebung des Protosterns Planeten entstehen könnten.

Quelle: n-tv.de

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