Freitag, 18. Dezember 2009
Perfide Wilderermethoden in Afrika: Tausende Vögel werden vergiftet
Geier auf einem toten Baum in Afrika.
(Foto: Dieter Schütz, pixelio)
Nach einem Bericht der Vogelschutzorganisation BirdLife International werden in Afrika in jedem Monat tausende Wildvögel gezielt mit dem Pflanzenschutzgift Carbofuran vergiftet. In Kenia werden auf diese Weise Tiere für den Verzehr erlegt, in Botsuana vergiften Wilderer Geier, damit die Behörden nicht auf die getöteten Tiere aufmerksam werden. Die in großer Höhe kreisenden Aasfresser verraten den Fundort der verräterischen Kadaver.
Einer der Brennpunkte ist demnach ein großes, stark bewässertes Reis-Anbausystem in Kenia in der Nähe des Victoria-Sees (Bunyala Rice Scheme). Die Felder sind auch für Zug- und andere Wildvögel ein attraktives Futter- und Ruhegebiet. Das Fleisch der Vögel wiederum ziehe Einheimische an, die die Tiere als Delikatessen ansähen.
Zum Verzehr vergiftet
Laut BirdLife werden giftige Köder in Schneckengehäuse gelegt, um eine attraktive Beute zu schaffen. Zudem scheuchten die Wilderer Vögel in angrenzenden Gebieten auf, um sie in Parzellen mit dem Gift zu drängen. Vergiftete, sterbende und anders getötete Vögel werden anschließend zum Verzehr verkauft, berichtet BirdLife. Ein weiteres Einsatzgebiet für Carbofuran findet sich im Süden und Osten des Kontinents, etwa in Botswana. Dort seien Wilderer dabei beobachtet worden, wie sie die Kadaver von Giraffen mit der Substanz vergifteten und liegenließen. Das Ziel: Geier anzulocken und sie zu vergiften. "Es scheint als ob die Wilderer jeden Geier aus der Umgebung eliminieren wollen, weil die Tiere die Behörden schnell auf die Aktivität der Wilderer aufmerksam machen", erklärte Pete Hancock von BirdLife in Botswana.
Größte Bedrohung in Botswana
Allein bei zwei kürzlich bekanntgewordenen Vorfällen seien in dem Land 80 Geier getötet worden, darunter die ohnehin bereits rückläufigen Weißrückengeier (Gyps africanus) sowie Kappengeier (Necrosyrtes monachus). "Wir sind sehr besorgt über den sich ausbreitenden und wahllosen Einsatz von Gift zum Töten von Geiern. Dies hat deren Zahl in ganz Afrika bereits dezimiert und ist für sich genommen die größte Bedrohung der Vögel hier in Botswana”, ergänzte Hancock.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Wissen
-
Früherer und häufiger Exodus
Tumore für Raucherinnen tödlicher
-
Fundsache, Nr. 1114
Geologen finden 30.000 Fossilien
-
Therapie besser verkraften
Krebspatienten sollen Sport treiben
-
Schwerwiegendes Problem
Die Last mit XXL-Patienten
-
Zu viel Pizza und Pasta
Italiens Kinder sind die dicksten
-
Neue Analyse gibt Auskunft
Alter der Milchstraße bestimmt
-
Neue Analyse gibt Auskunft
Alter der Milchstraße bestimmt
-
Winzige Amphibie
Leuchtend gelber Frosch entdeckt
-
Model im 21. Jahrhundert?
Sixtina wäre chancenlos
-
Fundsache, Nr. 1113
Zauber an der Höhlenwand
-
Die Migrantinnen-Perspektive
Hosgörü meint Wohlwollen
-
Die historische Perspektive
Nebenprodukt in Vielvölkerreichen