Kosteneinsparungen machbarTurbulenzen in Rohren besänftigt

Mit einem Trick können Forscher die Verwirbelungen in Pipelines oder anderen Versorgungsleitungen bezwingen. Dafür sind gezielte Wassereinspeisungen notwendig.
Göttinger Forscher könnte den Transport von Öl und Wasser durch Pipelines billiger machen. Die Flüssigkeiten müssen zum Teil mit großem Energieaufwand durch Pipelines oder Versorgungsleitungen gepumpt werden, weil es im Inneren der Röhren zu turbulenten Verwirbelungen kommt. Im Experiment sei es jetzt erstmals gelungen, die energiefressenden Verwirbelungen durch gezielte Impulse zu beruhigen, berichtet das Team um Björn Hof vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) im US-Fachjournal "Science".
Die turbulenten Strömungen seien wahre Energiefresser, sagte Hof. "Sie verschlingen oft zehnmal soviel Energie wie eine ruhige Strömung derselben Geschwindigkeit." In Versuchen mit strömendem Wasser in einer zwölf Meter langen Glasröhre fanden die Wissenschaftler zunächst heraus, dass in turbulenten Wirbeln die Flüssigkeit am Rand vergleichsweise schnell und in der Mitte relativ langsam unterwegs ist.
Die Ostsee-PipelineMit gezielten Wasser-Injektionen in bestimmten Abständen konnten die Forscher erreichen, dass die turbulenten Wirbel verschwinden und das Wasser insgesamt ruhiger und ohne großen Energieverlust dahinströmt. "Der Energieaufwand für diese gezielten Eingriffe ist so gering, dass sich unter dem Strich erheblich Energie einsparen lässt," sagte Hof.