Freitag, 02. Februar 2007
Ostdeutsche Dörfer schrumpfen: Umdenken könnte Orte retten
Viele kleine Orte in strukturschwachen ländlichen Gebieten Ostdeutschlands sind bei weiteren Einwohnerverlusten in ihrer Existenz bedroht. Das sagte die Leipziger Sozialwissenschaftlerin Sigrun Kabisch. "Solche Ortschaften werden voraussichtlich in den kommenden Jahrzehnten aufgegeben werden müssen", so die Forscherin vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. In manchen Gegenden werde es in Zukunft kaum noch möglich sein, Schulversorgung, Altenbetreuung, den Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr oder die Wasser- und Abwasserversorgung zu erhalten.
"Nach der Wende war diese Problematik noch nicht abzusehen", sagte Kabisch weiter. In keiner Region Europas seien die Phänomene des Geburtenrückgangs, des Bevölkerungsschwundes und des wirtschaftlichen Verfalls in so kurzer Zeit zusammengekommen wie in Ostdeutschland.
Als Chance für schrumpfende Orte sieht Kabisch die Möglichkeit, auf altersgerechtes Wohnen zu setzen. Alte Menschen aus Westdeutschland zögen vermehrt in ostdeutsche Städte wie Weimar oder Görlitz. Denn dort gebe es historische Bausubstanz, wenig Umweltbelastung und moderate Preise auf dem Wohnungsmarkt.
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