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Montag, 10. Juli 2006

Ab in den Süden!: Und bei Flugangst?

Fast jeder zweite Passagier hat nach Einschätzung von Experten ein ungutes Gefühl beim Fliegen. Rund 16 Prozent leiden nach Angaben des Instituts für Demoskopie in Allensbach sogar unter manifester Flugangst.

"Diese Angst kann meist nicht allein durch logisches Denken beseitigt werden", sagte der Biopsychologe Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin. "Stattdessen müssen die Gedanken auf andere Dinge gelenkt und das Verhalten verändert werden." Nach dem WM-Finale erwarten die drei Berliner Flughäfen am Montag einen Passagierrekord. Sie rechnen mit doppelt so vielen Fluggästen wie an einem normalen Tag.

"Objektiv gesehen ist Fliegen eines der sichersten Fortbewegungsmittel der Welt, weil die Fahrzeuge regelmäßig gewartet und unzählige Kilometer ohne Unfälle zurückgelegt werden", sagte Walschburger. Aber wie bei anderen Ängsten, beispielsweise der Spinnenphobie, sei dieses Wissen irrelevant. "Die Betroffenen stellen sich vielmehr die schauerlichsten Dinge vor und steigern sich in diese Fantasien immer mehr hinein." Die Folge: Der Körper macht sich zur Flucht bereit - was wiederum die Symptome wie Herzrasen, feuchte Hände und teilweise auch Schwindel und Erbrechen hervorruft.

"Viele der Betroffenen versuchen, die Angst zu ignorieren, indem sie Flugreisen einfach vermeiden", sagte Walschburger. Dabei gäbe es relativ einfache Mittel, um die Flugangst (Aviophobie) zu besiegen. "In Gesellschaft ist man meist entspannter, deswegen sollte man möglichst nicht alleine, sondern mit der Familie oder Freunden fliegen", sagte der Biopsychologe. Außerdem könnte es helfen, einen Flughafen in Ruhe zu besuchen und sich vor Ort über die Abläufe und Sicherheitsbestimmungen zu informieren. "Vor allem sollte man seine Gedanken im Flugzeug aber auf die positiven Seiten des Fliegens - wie das schnelle Erreichen des Urlaubsortes - richten."

Wer jedoch die Kontrolle über seine Aviophobie verloren hat, sollte Hilfe von einem Therapeuten in Anspruch nehmen. "In einer so genannten Konfrontationstherapie gibt es erst eine kurze Verhaltenstherapie und dann reisen Patient und Therapeuten zusammen in einem Flugzeug", sagte Walschburger. "Auf diesem Weg kann die Angst in den meisten Fällen drastisch reduziert, teilweise sogar besiegt werden."

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