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Donnerstag, 03. Mai 2007

Drogen für Lebensbewältigung: Vernachlässigte Ursachen

In Deutschland wird nach Auffassung von Experten zu wenig nach den Ursachen für den hohen Konsum von Alkohol, Zigaretten und Medikamenten geforscht.

"Die Frage ist: Warum brauchen wir für unsere tägliche Lebensbewältigung immer stärker Suchtmittel", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Rolf Hüllinghorst. "Es raucht ja keiner, weil ihm das Nikotin so gut schmeckt, sondern weil er kurzfristig eine Entlastung sucht."

Andere würden Alkohol trinken, um das Leben durch die rosarote Brille zu sehen oder Medikamente schlucken, um leistungsfähiger zu sein.

Der permanente Leistungsdruck in der Gesellschaft ist nach Hüllinghorsts Meinung der Grund dafür, dass viele Menschen wie selbstverständlich mit Suchtmitteln umgehen. Der Konsum von Zigaretten, Alkohol und Medikamenten gelte als normal und notwendig. "Daran muss gekratzt werden", sagte Hüllinghorst.

Wie die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing, die Anfang Mai in Berlin den Drogen- und Suchtbericht vorstellte, sprach Hüllinghorst von einer Verharmlosung von Alltagsdrogen in Deutschland. Die Politik müsse daher gezielt Aufklärung betreiben, damit es zu einem Umdenken in der Gesellschaft kommt.

"Das größte gesundheitspolitische Problem ist der Tabak." An zweiter Stelle stehe der Alkohol, gefolgt von Medikamentenmissbrauch. "Erst dann kommen die illegal zu erwerbenden Substanzen mit Cannabis an der Spitze."

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