Samstag, 14. November 2009
Schweinegripperisiko zu hoch: Warnung vor Pilgerreise
Wer Muslim und zugleich Risikopatient der Schweinegrippe ist, sollte Mekka möglichst meiden und seine Pilgerfahrt verschieben. Das empfiehlt eine neue Studie im britischen Fachjournal "The Lancet", die nun veröffentlicht wurde - wenige Tage vor dem jährlichen Höhepunkt der traditionellen Wallfahrt.
Bei der Hadsch ist es schwer, Menschen aus dem Weg zu gehen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Geleitet hat die Studie Ziad Memish vom saudi-arabischen Gesundheitsministerium. Auf dem Höhepunkt der Wallfahrt halten sich Ende November normalerweise zwischen zwei und drei Millionen Menschen an den heiligen Stätten in Mekka und Medina auf.
"Massenaufläufe fordern die öffentliche Gesundheitsvorsorge besonders heraus, weil sie die Ausbreitung der Krankheit auf ein Maximum treiben können", heißt es in der neuen Studie. Während der "Hadsch" komme es an den heiligen Stätten zu großem Gedränge mit bis zu sieben Menschen auf einem Quadratmeter. Da viele Wallfahrer älter und wegen Armut oft nicht optimal ärztlich versorgt seien, brächten sie oft gesundheitliche Probleme mit. Daher gebe es viele Risiken an den heiligen Stätten.
Unter anderem rät die Studie, die bei einem Fach-Treffen im Juni mit Experten aus Europa, China, den USA und dem Nahen Osten erarbeitet wurde, zu verstärkten Kontrollen an den Flughäfen, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Buchungen gehen zurück
Bereits im Oktober hatten Ministerien vieler arabischer Länder dazu aufgerufen, Wallfahrten zu den heiligen Stätten in Saudi-Arabien zu verschieben, weil sich die Pilger im Gedränge vor den Heiligtümern mit dem H1N1-Virus infizieren könnten. Die Tourismusindustrie von Saudi-Arabien, die dem "Hadsch" jedes Jahr den Großteil ihrer Einnahmen verdankt, hatte bereits vor Wochen erklärt, die Zahl der Buchungen für die Wallfahrtssaison sei in diesem Jahr wegen der Angst vor der Schweinegrippe deutlich niedriger als sonst.
dpa
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