Mittwoch, 01. November 2006
Märchenhaft: Weißes Reh gesichtet
Im Erzgebirge ist ein seltenes weißes Reh in freier Wildbahn gesichtet worden. "Es hat weißes Fell und die typisch roten Augen. Damit handelt es sich um ein Albino und keine Mutation", sagte der Präsident des Landesjagdverbandes Sachsen, Günter Giese, am Mittwoch. Er widersprach einem Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach er den Abschuss des Tieres gefordert habe. "Die Entscheidung, es zu schießen, liegt einzig bei dem Revierpächter oder -besitzer", sagte Giese. Maßgebend seien das Jagdgesetz und die Hegerichtlinie, die nicht nach Farbe unterschieden. Auch das sächsische Umweltministerium sieht keine Notwendigkeit für einen Abschuss.
Das gesunde Tier, wahrscheinlich ein kleiner Bock, habe als "Laune der Natur" nur keine Pigmente. Beim nächsten Wurf schon könne die Ricke wieder normale Rehe haben, sagte der Präsident des Landesjagdverbandes, der rund 7.000 Jäger im Freistaat vertritt.
Nach Angaben des Zoologischen Leiters des Dresdner Tierparks, Wolfgang Ludwig, gibt es in der Natur immer wieder solche Exemplare bei Säugetieren. "Es gibt den vollständigen Albinismus, wo selbst in der Augeniris keine Pigmente sind, und Teilalbinismus mit hellem Fell oder weißen Flecken." Mit Ausnahme der polaren Tiere, die weißes Winterfell hätten, seien diese Tiere immer benachteiligt. "Sie setzen sich nicht durch, weil sie eine geringere Lebenserwartung haben", sagte Ludwig.
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