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Freitag, 24. April 2009

Wenn sich Eltern einig sind: Weniger Trotz- und Wutanfälle

Wenn Eltern sich gegenseitig in ihrer Erzieherrolle unterstützen, dann neigen ihre Vorschulkinder weniger zu Trotzanfällen. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie der Ohio State Universität in Columbus. "Zweijährige, die sich noch nicht gut ausdrücken können, sind häufig frustriert und äußern dies durch Wutausbrüche. Aktiver Widerstand gegen Erziehungsgrenzen ist bei Kleinkindern ein Bestandteil der Entwicklung, doch müssen sie lernen, sich beherrschen zu können – so genannte Affektregulation. Dies gelingt besonders gut, wenn die Eltern ‚an einem Strang’ ziehen", erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt.

Zeigen Kinder noch mit vier Jahren starke Trotzanfälle, können sich daraus längerfristig Verhaltensstörungen entwickeln. Dies bestätigte die aktuelle Untersuchung. Die Wissenschaftler um Professor Sarah Schoppe-Sullivan beobachteten Kinder zwischen vier und fünf Jahren bei 92 Familien. Bei Kindern, die beim ersten Termin mit vier Jahren Probleme mit der Affektkontrolle hatten, steigerten sich diese aggressiven und unbeherrschten Ausbrüche i.d.R. im Verlauf des Jahres, bis sie fünf Jahre alt waren – nicht aber, wenn die Eltern sich gegenseitig bei der Erziehung bestärkten und somit dem Kind demonstrierten, dass sie gemeinsam die Einhaltung bestimmter pädagogischer Grenzen vertreten. "Dieser Blickwinkel ist neu, denn bisher gibt es hauptsächlich Forschungsarbeiten über die Auswirkungen der Erziehung der Mutter auf das Kind, nicht aber über das Zusammenwirken der Eltern", so Dr. Fegeler.

Die teilnehmenden Familien mussten u.a. zwei zehnminütige Aufgaben bewältigen, wie z.B. das Bauen eines Hauses aus Spielzeugteilen, damit die Forscher die Interaktionen zwischen Mutter, Vater und Kind mit Video aufzeichnen und bewerten konnten. Zusätzlich befragten die Forscher die Mutter und davon unabhängig Erzieherinnen bzw. Lehrer über den Umgang des Kindes mit Frustrationen, Aggressionen oder anderen Schwierigkeiten. Die Informationen sammelten die Wissenschaftler zu Beginn der Studie, als das Kind vier Jahre alt war, und nach einem Jahr, als das Kind fünf Jahre erreicht hatte. Videoaufnahmen und Interviewdaten ergaben, dass auch unter den Kindern, die anfänglich große Schwierigkeiten hatten, ihre Gefühle zu kontrollieren, diese die Entwicklungsaufgabe gut meisterten, wenn Eltern als Einheit dem Kind Grenzen setzten und es gemeinsam unterstützten.

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