Montag, 16. Februar 2009
Umzug und Einweihung in Antarktis: Zwei neue Forschungsstationen
Auf der neuen deutschen Antarktisstation Neumayer III laufen die Vorbereitungen für den bevorstehenden Umzug auf Hochtouren. "Die meisten wissenschaftlichen Observatorien laufen bereits zu Testzwecken", sagte am Sonntag Projektleiter Saad El Naggar vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in der Antarktis. Die Wissenschaftler ziehen in diesen Tagen von der alten Station Neumayer II in den rund sechs Kilometer entfernten Neubau um. Er soll am 20. Februar offiziell eröffnet werden.
Die 39 Millionen Euro teure Anlage wurde notwendig, weil die Vorgängerstation aus dem Jahr 1992 bald aufgegeben werden muss. Die Tunnelkonstruktion liegt inzwischen unter mehr als zwölf Meter Schnee begraben und wird durch dieses Gewicht und die Bewegungen des Schelfeises langsam eingedrückt. Die neue Station steht auf sechs Meter hohe Stelzen, unter denen der Schnee durchwehen kann. Die Stelzen lassen sich hydraulisch hochfahren, um den jährlichen Schneezuwachs ringsum von rund einem Meter auszugleichen.
Zu den Aufgaben der Station zählt unter anderem die Wetterbeobachtung. Dafür wird täglich ein Ballon mit einer Radiosonde gestartet. Der Ballon fliegt bis in 35 Kilometer Höhe und sendet Daten zur aktuellen Wetterlage wie Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windrichtung. Weltweit werden täglich 500 weitere Ballone zur Wetterbeobachtung gestartet. Die Ergebnisse fließen in ein weltweites Messsystem ein, das für Wettervorhersagen genutzt wird.
Neue Belgische Forschungsstation eingeweiht
Die belgischen Kollegen sind schon einige Schritte voraus. Sie haben bereits ihre neue Forschungsbasis in der Antarktis bezogen und eingeweiht. Die neue Basis, die nach der Nummer eins der belgischen Thronfolge benannt wurde, ist rund 200 Kilometer von der 1967 stillgelegten Forschungsstation "König Baudouin" entfernt.
Das mit modernster Technologie ausgestattete Forschungszentrum bietet Platz für bis zu 20 Menschen. Es ist besonders umweltschonend konzipiert: Nach Angaben seines Entwicklers, des belgischen Forschers und Ingenieurs Alain Hubert, setzt es zur Stromgewinnung allein auf Wind- und Sonnenenergie. Die Baukosten in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro wurden überwiegend von privaten Investoren getragen.
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