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Diabetes-MedikamentLantus könnte Krebsrisiko erhöhen

27.06.2009, 16:01 Uhr

Studien haben geziegt, dass bei gleicher Behandlungsdosis das Krebsrisiko bei mehr als 127.000 mit Lantus behandelten Diabetikern höher lag als bei Patienten, die mit herkömmlichen Humaninsulin behandelt wurden.

Das Diabetesmedikament Lantus des französischen Pharmariesen Sanofi-Aventis erhöht Studien zufolge möglicherweise das Risiko für Krebserkrankungen. Die Untersuchungen seien noch lange nicht beweiskräftig, sie indizierten aber die Notwendigkeit weiterer Nachforschungen, teilte Europas größte Fachvereinigung zum Thema Diabetes (EASD) mit.

Aventis
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die EASD hat Einzelheiten von vier europäischen Studien ins Internet gestellt. Eine stammt vom Kölner Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Die Untersuchung der Kölner ergab, dass bei gleicher Behandlungsdosis das Krebsrisiko bei mehr als 127.000 mit Lantus - auch bekannt als Insulin-Glargin - behandelten Diabetikern höher lag als bei Patienten, die mit herkömmlichen Humaninsulin behandelt wurden. "Unsere Analyse liefert keinen absoluten Beweis dafür, dass Glargin Krebs verursacht", sagte IQWIG-Direktor Peter Sawicki. "Unsere Studie erweckt aber einen dringenden Verdacht, der Konsequenzen für die Behandlung der Patienten haben sollte." Untersuchungen aus Schweden und Schottland untermauerten das Ergebnis, während eine aus Großbritannien keine Rückschlüsse zuließ.

Das Langzeitinsulin Lantus wird in Frankfurt hergestellt. Einem Bericht des "Spiegel" zufolge spritzen es sich in Deutschland schätzungsweise eine halbe Million Menschen. Im vergangenen Jahr erzielte Sanofi-Aventis mit Lantus einen Umsatz von 2,45 Milliarden Euro. Analysten rechneten mit einer klaren Tendenz nach oben. Bedenken über die Sicherheit von Lantus hatten den Sanofi-Aktienkurs in den vergangenen Tagen um 12,3 Prozent purzeln lassen.

Quelle: rts