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Manipulation am SchneckenembryoRechtsdrehende Häuser gedreht

27.11.2009, 08:39 Uhr

Ob sich ein Schneckenhaus rechtsherum oder linksherum dreht, ist in den Genen festgelegt. Allerdings lässt sich diese Bestimmung durch eine mechanische Reizung überwinden.

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Zwei Weinbergschnecken auf einer Farm im thüringischen Blankenburg. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Ob sich ein Schneckenhaus rechtsherum oder linksherum dreht, ist in den Genen festgelegt. Allerdings lässt sich diese Bestimmung durch eine mechanische Reizung überwinden: Verschiebt man die Zellen im sich entwickelnden Embryo, entsteht statt einem rechtsdrehenden ein linksdrehendes Schneckenhaus – und umgekehrt. Dies berichten japanische Wissenschaftler im Journal "Nature".

Reiko Kuroda von der University of Tokyo und seine Mitarbeiter hatten achtzellige Schneckenembryonen manipuliert, und zwar sowohl genetisch "linksdrehende" als auch genetisch "rechtsdrehende" Schnecken. Mit einem kleinen Glasstab verschoben sie die bei der Zellteilung neuentstehenden Zellen links- beziehungsweise rechtsherum auf die gegenüberliegende Seite. Dadurch verschob sich die Teilungsebene und die Lage der sogenannten Teilungsspindeln in den Zellen, berichten die Forscher.

Schnecken, die aus diesen Embryos heranwuchsen, hatten nun ein verkehrt herum drehendes Gehäuse, das nicht mehr ihrer genetischen Ausstattung entsprach. Auch die Lage ihrer Organe war seitenverkehrt. Beim Nachwuchs dieser Schnecken drehte das Haus hingegen wieder in die in den Genen festgeschriebene Richtung. Die Ausrichtung der Zellen im Achtzellstadium bestimmt, welche Gene und Signalketten im weiteren Verlauf der Entwicklung aktiviert werden, berichten die Forscher.

Quelle: dpa