Verräterische Zahnspuren Welcher Hai hat zugebissen?

Anhand der Bisswunde kann man darauf schließen, welcher Hai zugeschnappt hat. Es gibt zahlreiche Unterschiede hinsichtlich der Zahnstellung und Zahnreihung.
In vielen Fällen wird die Information für das Opfer zu spät kommen – aber Forscher der Universität Florida können anhand der Bisswunde darauf schließen, welcher Hai zugeschnappt hat. Das berichtet die Gruppe um George Burgess vom internationalen Archiv für Haiattacken am Museum für Naturgeschichte der Universität in Gainesville. Das Verfahren ist im Journal "Marine Biology" nachzulesen.
Es beruht auf dem Vergleich der aktuellen Bisswunden oder -spuren mit zuvor gesammelten Spuren. Dafür hatte die Gruppe um Burgess zahlreiche Gebisse verschiedener Haie in verschiedenen Größen aus Sammlungen miteinander verglichen. Aus den Unterschieden der Zahnstellung und -reihung sowie anderen artähnlichen Eigenschaften sind mehrere charakteristische Gebissabdrücke entstanden, berichtet das Team.
Tigerhai oder Bullenhai
"Weil ich seit 30 Jahren Opfer von Haiattacken untersucht habe, kann ich schätzen, was den Schaden angerichtet hat, aber ich konnte es bisher nicht beweisen", erklärte Burgess. Echte Beweise liefert auch das neue Verfahren nicht, aber mit einem "gewissen Grad der Sicherheit" ließe sich sagen, ob es sich um einen 4,5-Meter-Tigerhai oder einen 3-Meter-Bullenhai gehandelt habe.
Auch nachträglich sei dieses Wissen von einiger Bedeutung, erklärt die Gruppe. Zum einen sei da die Psychologie: Betroffene wollten schlicht wissen, was sie angegriffen habe. Zudem würden Haie in der Erinnerung der Opfer, die unter großem Stress stehen, oft größer. Die Spuren seien ein objektiver Hinweis.
Auch bei angeschwemmten toten Tieren, etwa Schildkröten, ließe sich mit der Methode nachweisen, welcher Hai sie angegriffen habe. Gleiches gelte für Surfbretter oder auch Unterwasserkabel. Die Experten analysierten insgesamt 14 Arten, für die jeweils zwischen 10 und 24 Kiefer geprüft wurden.