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Der TagRöntgenstrahlung verrät "fehlende" Materie im Kosmos

19.06.2025, 09:51 Uhr

Jahrzehntelang standen Astronomen vor einem Rätsel: Etwa ein Drittel der "normalen" Materie – jener Stoffe also, aus denen Sterne, Planeten und auch Menschen bestehen – entzog sich trotz aller Anstrengungen der Beobachtung. Jetzt gelang es einem internationalen Forscherteam, diese "fehlende" Materie mithilfe von zwei Röntgensatelliten aufzuspüren. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics" berichten, verbindet ein 23 Millionen Lichtjahre langes Filament aus zehn Millionen Grad heißem Gas vier Galaxienhaufen.

"Zum ersten Mal stimmen unsere Ergebnisse mit den Modellen des Kosmos überein", freut sich Teamleiter Konstantinos Migkas von der Sternwarte Leiden in den Niederlanden, "wie es scheint, hatten die Simulationen also recht." Mithilfe von Simulationen versuchen Astrophysiker, die Entstehung und Entwicklung von Strukturen im Kosmos – also Galaxien und Galaxienhaufen – nachzuvollziehen. In diesen Modellen sind Galaxienhaufen durch langgestreckte Filamente, also fadenförmige Strukturen, verbunden, die sehr viel Gas enthalten. Zwar konnten viele solcher Filamente tatsächlich nachgewiesen werden, doch sie enthielten viel weniger Materie, als es die Simulationen vorhersagen.

Jetzt wissen die Himmelsforscher, warum: Aufgrund seiner extrem hohen Temperatur ist das Gas nur im Röntgenbereich sichtbar.

Quelle: ntv.de