Der Tag100 Millionen Euro mehr? Kostenexplosion bei Stadtteilbau entpuppt sich als Kommafehler
Eine Differenz von gut 100 Millionen Euro kann man schon mal übersehen, oder? So ein eher unangenehmer Fehler ist bei der Planung eines neuen Hamburger Stadtteils passiert. Die vermeintliche Kostenexplosion hat sich als Kommafehler herausgestellt. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion wollte wissen, warum die Kosten für die Erschließungsplanung des ersten Bauabschnitts von 1,6 auf 110 Millionen Euro gestiegen seien. Der Senat antwortete: "Bei der Veröffentlichung vom 24. Dezember 2019 zur EU-Ausschreibung 614974-2019 scheint ein Übertragungsfehler unterlaufen zu sein, der den damals Beteiligten in der Prüfung nicht aufgefallen ist." Tatsächlich sei der Vertrag mit einer Gesamtsumme von 1.099.976,58 Euro geschlossen worden und nicht mit 110 Millionen.
Das ist jedoch nicht die einzige Panne bei dem Bau des Stadtteils Oberbillwerder: Nach Angaben des Senats gab es noch eine weitere fehlerhafte Angabe im Sommer dieses Jahres. Der Bebauungsplan musste demnach wegen einer Änderung des Flächennutzungs- und des Landschaftsplanes angepasst werden. Dafür wurde im vergangenen Juli ein Nachtrag in Höhe von 251.005,21 Euro fällig, nicht von 25 Millionen Euro, wie in einer weiteren EU-Ausschreibung angegeben. Sollte nicht passieren, aber sicherlich ist den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern so ein Kommafehler bei einer Ausschreibung lieber als eine tatsächliche Kostenexplosion. Da hat Hamburg mit der Elbphilharmonie ja auch schon Erfahrung sammeln dürfen. Die sollte ursprünglich mal 77 Millionen Euro kosten - geworden sind es dann am Ende 886 Millionen Euro, also mehr als das Elffache.