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Der Tag124 Missbrauchsfälle in rheinischer Kirche 2024 gemeldet

14.01.2025, 13:28 Uhr

Die Zahl der gemeldeten Missbrauchsfälle in der Evangelischen Kirche im Rheinland ist angestiegen. Bei der zuständigen Meldestelle seien bis Ende 2024 insgesamt 124 Meldungen aus allen Ebenen der Kirche eingegangen, teilt Vizepräses Christoph Pistorius in Düsseldorf mit. Vor einem Jahr hatte die Kirche im Rahmen der seit Veröffentlichung der bundesweiten Forum-Studie 70 Verdachtsfälle in ihrem Bereich seit 1946 dokumentiert. Die in den neuen Meldungen benannten Fälle liegen teilweise Jahrzehnte zurück. Bei mindestens einem Drittel der 124 Verdachtsmeldungen gibt es Überschneidungen mit den bisher bekannten 70 Fällen, hieß es.

In 33 der 124 Meldungen seien die Beschuldigten Theologen - fast alle Pfarrer. Manchmal werde aber auch dieselbe Person in mehreren Fällen beschuldigt. Bei anderen Meldungen gehe es um Mitarbeiter der Kirche oder Ehrenamtliche. Der rheinische Präses Thorsten Latzel sagt, bei der Forum-Studie habe der Schwerpunkt vor allem auf Pfarrern oder Menschen in einer herausgehobenen Machtposition gelegen. Es werde aber in der Breite auf alle Berufsgruppen und Ehrenamtliche in der Kirche geschaut. "Das kann aber genauso gut der Chorleiter, der Jugendleiter sein."

Die Ende Januar 2024 vorgelegte Forum-Studie unabhängiger Wissenschaftler zu sexualisierter Gewalt im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Diakonie hatte für die vergangenen Jahrzehnte mindestens 2.225 Betroffene und 1.259 mutmaßliche Täter dokumentiert. An 40 Opfer sexualisierter Gewalt wurden nach Angaben von Pistorius im Bereich der rheinischen Kirche bisher insgesamt 725.000 Euro Entschädigung gezahlt. Hinzu kämen weitere 139 Fälle auf dem Gebiet der gemeinsamen Diakonie Rheinland, Westfalen und Lippe. Dort seien rund 2,2 Millionen Euro bisher gezahlt worden.

Quelle: ntv.de