Der Tag16-Jähriger von Polizisten erschossen: Reul verspricht "100-prozentige Aufklärung"
Der Polizeieinsatz in Dortmund, bei dem ein psychisch auffälliger Junge mit fünf Schüssen aus der Maschinenpistole eines Beamten tödlich getroffen wurde, wirft viele Fragen auf. Ein Bochumer Kriminologe kritisierte den Einsatz und hat von einem martialischen Auftreten der elf Polizisten gesprochen.
Jetzt meldet sich der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul zu Wort und hat volle Aufklärung versprochen. "Das wird 100-prozentig aufgeklärt", sagte Reul heute im Radiosender WDR 5. "Aber es muss fair zugehen." Die Polizisten hätten sich in einer "ungeheuer schwierigen Lage" befunden. Betreuer des Jugendlichen hatten die Polizei gerufen, weil der junge Mann sich habe umbringen wollen, schilderte Reul. Die Polizei habe dann in einem Stufenverfahren versucht zu deeskalieren.
"Erst sind Polizisten in Zivil hingegangen und haben versucht, ihn runter zu reden. Als das nicht wirkte, hat man versucht, mit Reizgas ihn abzulenken." Als auch das nicht funktionierte, hätten die Beamten zweimal den Taser eingesetzt - das Elektroschockgerät habe einmal getroffen, jedoch ebenfalls ohne Wirkung. "Und derjenige ist immer aufgeregter, ich sag mal angespannter, aggressiver auf die Polizisten zu gerannt. Und in dieser Situation ging es um die Frage: Sticht der zu - oder schießt die Polizei?"