Der Tag 30 weitere Jahre für Nawalny in Haft?
Der inhaftierte Kremlkritiker Alexej Nawalny sieht sich nach Angaben seines Anwalts neuen Vorwürfen der russischen Justiz ausgesetzt. Er könne bestätigen, dass ein Strafverfahren etwa wegen des Aufrufs zur Förderung von Terrorismus, der Finanzierung von Extremismus sowie der Verbreitung von Nazismus eingeleitet worden sei, so der Jurist. Insgesamt drohen ihm damit nach eigenen Angaben bis zu 30 Jahre Haft.
Nawalny reagierte mit Ironie. "Selten hat ein Krimineller in Freiheit so viel verbrochen wie ich hinter Gittern", schrieb der 46-Jährige bei Instagram. "Ich habe eine offizielle Benachrichtigung erhalten, dass ein neues Strafverfahren gegen mich eröffnet wurde, ich bin ein Genie der Unterwelt", scherzte der 46-Jährige. "Ihr dachtet alle, ich sei zwei Jahre lang im Gefängnis isoliert gewesen. Aber es hat sich herausgestellt, dass ich aktiv Verbrechen begangen habe."
Die neuen Anschuldigungen stehen laut Nawalny im Zusammenhang mit Videos seiner Unterstützer, die aus dem Exil heraus die russische Führung kritisieren. Nawalny selbst hat die Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Truppen in die Ukraine zu entsenden, aus dem Gefängnis heraus wiederholt kritisiert. Nawalny war im März vergangenen Jahres zu einer neunjährigen Haftstrafe wegen Betrugs verurteilt worden, nachdem er im Januar 2021 bei seiner Rückkehr aus Deutschland festgenommen worden war. In Deutschland hatte er sich von einem Giftanschlag erholt, für den er den Kreml verantwortlich macht.