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Der TagAbnehmspritzen wirken, aber ...

08.04.2024, 13:19 Uhr

Für stark übergewichtige Menschen und Patienten mit Diabetes sind sie eine neue Hoffnung, aber auch als Medikament zum schnellen Abnehmen für Normalgewichtige haben Mittel wie Wegovy und Mounjaro einen Hype erfahren. Diese Produkte sind auf dem Markt: Novo Nordisk vertreibt die Medikamente Ozempic und Wegovy, die den Wirkstoff Semaglutid enthalten. Ozempic wird Menschen mit Diabetes verschrieben, Wegovy ist konkret als Abnehmmittel zugelassen. Eli Lilly hat seinerseits das Medikament Mounjaro auf den Markt gebracht. Es enthält den Wirkstoff Tirzepatid und ist in Deutschland sowohl zur Behandlung von Diabetes als auch zur Gewichtsabnahme bei Adipositas zugelassen. In den USA gibt es zusätzlich die Abnehmspritze Zepbound.

Die Medikamente imitieren das Darm-Hormon Glucagon-like Peptide 1, kurz GLP-1, das die Produktion von Insulin im Körper steigert und ein Sättigungsgefühl vortäuscht. Diese Art von Arzneimittel kann eingesetzt werden, um Typ-2-Diabetes zu behandeln sowie übergewichtigen und fettleibigen Patientinnen und Patienten beim Abnehmen zu helfen. Die Wirkstoffe werden durch wöchentliche Spritzen verabreicht. Pharmafirmen arbeiten derzeit daran, sie auch als Tabletten herzustellen, die täglich eingenommen werden können.

"Die Medikamente wirken. Das könnte die Adipositas-Behandlung revolutionieren", sagt der Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner, Johannes Wechsler, dazu. Innerhalb eines Jahres sind Gewichtsabnahmen von bis zu 20 Prozent des Körpergewichts möglich. Nicht nur für Adipositas-Patienten und Betroffene von Diabetes Typ 2 sind die Medikamente interessant. Zugelassen sind sowohl Wegovy als auch Mounjaro aber nur für Menschen mit einem Body-Mass-Index von mindestens 30. Wenn weitere Erkrankungen in Zusammenhang mit einem Übergewicht bekannt sind, bekommen Patienten die Produkte auch schon ab einem Index von 27 und auch für Kinder über zwölf Jahren gelten andere Voraussetzungen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen der genannten Mittel zählen laut der Zulassungsbehörde der Europäischen Union Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Der Mediziner Wechsler bleibt dennoch skeptisch: "Wir wissen noch nicht, welche Nebenwirkungen möglicherweise erst nach einiger Zeit auftreten."

Quelle: ntv.de