Der TagÄrger über private Parkplatzanbieter wächst - die verteidigen sich
Verbraucherschützer in Deutschland verzeichnen zunehmend Beschwerden über private Parkplatzbewirtschafter. Dabei geht es vor allem um schrankenlose Parkplätze, die mit Kennzeichenerfassungen arbeiten. Laut einer Umfrage unter den Verbraucherzentralen der Bundesländer kritisieren Betroffene insbesondere unklare Regeln, hohe Vertragsstrafen und Inkassoschreiben.
Beschwert hat sich zum Beispiel eine Autofahrerin in Hannover. Bei der Zahlung am Automaten seien ihr zuerst "0 Euro" Parkgebühr angezeigt worden, weil sie sich in der Freiparkzeit von 15 Minuten befunden habe, sagte sie laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Weil die Zeit bis zur tatsächlichen Ausfahrt überschritten war, sollte sie dann 47 Euro zahlen. Ähnliche Fälle berichtet auch die Verbraucherzentrale Hessen. "Auf privaten Parkplätzen kann es teurer werden als im öffentlichen Parkraum", sagt deren Leiter der Fachgruppe Recht, Peter Lassek. "Allerdings müssen die Strafen angemessen bleiben."
Mehrere Anbieter weisen die Vorwürfe zurück. "99,5 bis 99,8 Prozent aller Parkvorgänge funktionieren reibungslos", erklärt etwa der Geschäftsführer von Mobility Hub, Maximilian Schlereth. Monatlich würden mehrere Millionen Parkvorgänge abgewickelt. Die Zahl der Verstöße liege im niedrig stelligen Tausender-Bereich. Die meisten Strafzahlungen seien zudem auf Bedienfehler von Kunden zurückzuführen.