Der TagAnwalt von erfundenem NSU-Opfer wegen Betrugs vor Gericht

Der Rechtsanwalt einer erfundenen Nebenklägerin im Münchner NSU-Prozess steht von August an in Aachen wegen Betruges vor Gericht. Der Anwalt soll beim NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ein angebliches Opfer des Nagelbombenanschlags vom Juni 2004 in der Kölner Keupstraße vertreten haben, das es in Wirklichkeit gar nicht gab. Dafür soll er von 2013 bis 2015 zu Unrecht Zahlungen von insgesamt mehr als 200.000 Euro erhalten haben, teilte das Landgericht Aachen mit.
Beim NSU-Prozess soll ein echter, mittlerweile verstorbener Nebenkläger dem 52-jährigen Anwalt gefälschte Unterlagen des nicht existenten Opfers gegen eine Provision angeboten haben, sagte ein Gerichtssprecher.
Obwohl dem Anwalt klar gewesen sein soll, dass die Unterlagen wie etwa ein ärztliches Attest gefälscht waren, habe er sie beim Oberlandesgericht eingereicht.
Dem Anwalt werden unter anderem Betrug, versuchter Betrug, Urkundenfälschung und Anstiftung zur falschen Versicherung an Eides statt vorgeworfen.