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Der TagApfel gut, Schoko böse

04.04.2025, 06:51 Uhr

Immer mehr Menschen legen großen Wert auf gesunde Ernährung – doch bei einigen wird dieser Fokus zur Besessenheit. Orthorexie beschreibt eine Fixierung auf "saubere" Ernährung, bei der das Streben nach tatsächlich oder vermeintlich gesunder Kost das Leben der Betroffenen bestimmt. Doch wo hört gesunde Ernährung auf, und wo beginnt eine problematische Fixierung?

Unter Orthorexie wird eine zwanghafte Fokussierung auf gesundes Essen verstanden. Betroffene zeigen ein extremes Essverhalten, bei dem die Gedanken ständig um die Qualität der eigenen Ernährung kreisen. Allerdings ist Orthorexie bislang keine offiziell anerkannte Störung. Entsprechend vorsichtig formuliert Psychologin Friederike Barthels vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord): "Ein orthorektisches Ernährungsverhalten ist definiert als eine möglicherweise pathologische Fixierung auf gesunde Ernährung."

"Für diese gesunde Ernährung werden ganz persönliche, subjektive Maßstäbe angelegt", beschreibt Barthels, die sich seit über zehn Jahren mit dem Phänomen beschäftigt. Tatsächlich ist das Spektrum der möglichen Ernährungsweisen bei Menschen, die an Orthorexie leiden, breit: Veganerinnen können ebenso betroffen sein wie Menschen, die der "Carnivore-Diät" folgen, also hauptsächlich Fleisch essen; Rohköstler genauso darunter leiden wie jene, die auf die Keto-Diät setzen. Orthorektisch wird ein Ernährungsverhalten dann, wenn das tatsächlich oder vermeintlich gesunde Essen zum Lebensinhalt wird, die entsprechende Planung der Mahlzeiten immer mehr Zeit verschlingt und Lebensmittel immer rigoroser in Gut und Böse eingeteilt werden.

Quelle: ntv.de