Der TagAuch die Mullahs ertrugen Satire nicht
Nur kurz zur Erinnerung: Die Böhmermann-Affäre schlägt zwar hohe Wogen, doch ist es nicht die erste Fernsehsendung, die zu außenpolitischen Verwicklungen führt. Schon 1987 gab es einen größeren Eklat - ausgerechnet ausgelöst von Deutschlands bekanntestem Holländer, Rudi Carell. In einer Bildmontage zeigt er in seiner Sendung "Rudis Tagesshow", wie der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini mit Dessous beworfen wird. "Ajatollah Khomeini wird von der Bevölkerung gefeiert und mit Geschenken überhäuft", hieß es dazu.
Der Iran regierte mit Empörung und wies zwei deutsche Diplomaten aus. Der iranische Botschafter verlangte eine förmliche Entschuldigung und verkündete, die Gefühle "des iranischen Volkes" und von Muslimen in aller Welt seien verletzt. Personenschützer mussten daraufhin Rudi Carell schützen. Die Bundesregierung selbst reagierte gelassen: Sie äußerte lediglich ihr Bedauern für eine Fernsehsendung, für die sie nicht verantwortlich sei.