Der Tag

Der TagBahn kündigt Baustellen nicht rechtzeitig an - und zahlt Millionenstrafe

17.04.2025, 09:18 Uhr

Die Verkehrswende braucht eine verlässliche Deutsche Bahn. Deren Schienennetz ist allerdings marode. Es muss gebaut werden. Im Jahr 2024 hat der Konzern dafür rund 18 Milliarden Euro zur Verfügung - so viel Geld wie nie. Wenn dann saniert oder ausgebaut wird, bedeutet es für Bahnfahrer vor allem Geduld und die Suche nach alternativen Wegen. Dafür müssen Bauarbeiten allerdings rechtzeitig durch die Infrago angekündigt werden - 24 Wochen vor Baustart. 15 Wochen vor Beginn müssen Details bekannt sein. Denn Schwesterunternehmen wie DB Fernverkehr, DB Regio und DB Cargo oder lokale Bahnbetreiber müssen ihre Fahrpläne aktualisieren, gegebenenfalls Ersatzverkehr anbieten.

Das bekommt die Infrago allerdings ziemlich schlecht hin, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. 2024 wurden nur in 39 Prozent aller Fälle die Baustellen rechtzeitig angekündigt, im Vorjahr waren es 40 Prozent. Und das hat Auswirkungen. Zunächst auf die Streckenbetreiber vor Ort, die Probleme haben, neue Fahrpläne rechtzeitig auf die Beine zustellen - und dadurch letztlich auch die Fahrgäste. Aber auch die Bahn bekommt Schwierigkeiten, denn sie muss Zwangsgelder zahlen. Die Bundesnetzagentur verhängte etwa zweimal Strafzahlungen in Höhe von 500.000 Euro. Die Gesamtkosten sollen sich aber bereits auf 1,8 Millionen Euro belaufen.

In zwei Stellungnahmen für die Bundesnetzagentur erklärt die DB Infrago laut SZ, sie habe bereits "zahlreiche ihr zumutbare personelle und organisatorische Maßnahmen ergriffen". Eine Bahnsprecherin erklärt, man habe das Personal verstärkt und interne Abläufe verbessert. Auch tue man alles dafür, dass Baumaßnahmen planmäßig stattfinden können; ein Problem seien vor allem die vielen kurzfristig notwendigen Baustellen. Die einzige Möglichkeit, die geforderten Fristen einzuhalten, ist laut Schreiben "die Absage oder Verschiebung vieler Baumaßnahmen".

Quelle: ntv.de