Der Tag"Bart abrasieren reicht nicht": Chef der Jungen Union greift Markus Söder an
So geräuschlos und harmonisch wie gehofft verläuft die schwarz-rote Debatte um die Vorschläge der Rentenkommission nicht. Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, sah sich nun zu einer flammenden Verteidigung der Vorschläge bemüßigt - und attackierte dabei insbesondere CSU-Chef Markus Söder. Winkel sagte dem "Stern": "Die Kommission hat gezeigt, dass man zu einem großen Wurf kommen kann, wenn man unideologisch und an der Sache orientiert arbeitet." Winkel ergänzte, dass wünsche er sich auch von Politikern, die schon sehr lange dabei seien. "Alle müssen jetzt ihrer Verantwortung für das Land gerecht werden, statt eine Rentenreform zu torpedieren, auf die Deutschland seit 30 Jahren wartet", sagte Winkel und fügte in Anspielung an Söders jüngst verändertes Äußeres hinzu: "Nach vorn gerichtete Politik muss sich also nicht nur den Bart abrasieren, sondern auch mal alte Zöpfe abschneiden."
CSU-Chef Söder hatte den Vorstoß der Rentenkommission zur weitgehenden Abschaffung von beitragsfreien Minijobs zuvor strikt zurückgewiesen. Söder warnte in drastischen Worten vor Gefahren für die Wirtschaft. Auch aus der SPD war zuvor vor allem Kritik am Aus der Rente mit 63 gekommen, insbesondere von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Johannes Winkel dagegen sagte Friedrich Merz seine Unterstützung bei den anstehenden Reformen zu. Er bezeichnete die geplante Rentenreform als "Gamechanger".