Der TagBelarus: Opposition bietet direkte Gespräche mit Moskau an
Im Machtkampf in Belarus hat ein Mitglied des Koordinierungsrats der Demokratiebewegung direkte Gespräche mit Russland angeboten. "Ich bin bereit, nach Moskau zu gehen, um mich mit russischen Politikern zu treffen, um sie mit Informationen zu versorgen", sagte Pawel Latuschko bei einem Besuch in Litauen. Demnach habe der Koordinierungsrat gehofft, dass Moskau eine neutrale Position einnehmen und die Meinung der belarussischen Öffentlichkeit anhören werde. Doch sei dies bisher nicht geschehen. "Russland unterhält nur Kontakt zu den derzeitigen Behörden", sagte Latuschko der Agentur BNS zufolge in Vilnius.
Latuschko betonte zugleich, dass die politische Krise in Belarus in erster Linie eine interne Angelegenheit des Landes sei. "Ihre Lösung hängt von der belarussischen Gesellschaft und der gegenwärtigen Regierung ab", sagte der Ex-Diplomat und frühere Kulturminister, der von Lukaschenko zuletzt offen bedroht wurde. "Wir bemühen uns nach Kräften, die Behörden davon zu überzeugen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen".
Seit der Präsidentenwahl in Belarus am 9. August kommt es jeden Tag zu Protesten gegen Präsident Alexander Lukaschenko. Der 66-Jährige hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Die Opposition hält dagegen Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Die Abstimmung steht international als grob gefälscht in der Kritik.