Der Tag

Der TagBelarus lässt Tausende Gefangene frei - sie berichten von Missbrauch

14.08.2020, 06:42 Uhr

Der Druck auf die Regierung in Belarus ist in den vergangenen Tagen stark gewachsen. Die EU berät nach der "weder freien noch fairen Wahl" über Sanktionen. Jetzt entlässt die Regierung mehr als 1000 während der Proteste festgenommene Menschen aus den Gefängnissen.

Innenminister Juri Karajew entschuldigte sich zudem dafür, dass nicht an den Demonstrationen beteiligte "Passanten" bei den Polizeieinsätzen verletzt worden seien. Viele der Freigelassenen wirkten ängstlich und erschöpft. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichteten Festgenommene, dass sie schwer verprügelt worden seien oder ihnen Vergewaltigung angedroht worden sei.

Tausende Menschen standen am Donnerstagabend mit leuchtenden Handys und Blumen auf zentralen Straßen in Minsk, um den Rücktritt Lukaschenkos zu fordern. Zuvor am Tag hatten zehntausende Demonstranten Menschenketten gebildet. Viele trugen Weiß, die Farbe der Opposition. Erneute Zusammenstöße blieben offenbar aus. Sie demonstrierten wieder gegen die Wahl vom Sonntag, bei der laut offiziellem Ergebnis der seit 26 Jahren autoritär regierende Staatschef Alexander Lukaschenko mit klarer Mehrheit wiedergewählt worden sein soll. Zwei Menschen sind bei den Demonstrationen ums Leben gekommen.