Der TagBericht: Zwei Gastbeiträge von Ministerin Reiche unter KI-Verdacht
Hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche einfach die KI angeschmissen und mit deren Hilfe mehrere Gastbeiträge in großen Zeitungen verfasst? Diesen Verdacht äußert der "Spiegel" und beruft sich auf Auswertungen mit Analyse-Tools. Demnach seien zwei Texte betroffen, die in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) und im "Handelsblatt" erschienen sind. Bei Letzterem, veröffentlicht am 10. April, sei rund das erste Drittel mit hoher Wahrscheinlichkeit vollständig von einer KI formuliert worden. Auch ein Gastbeitrag Reiches in der FAZ vom 10. April stamme zu rund 70 Prozent von einer KI. Zu der gleichen Erkenntnis war dem "Spiegel" zufolge auf das Onlineportal "The Pioneer" gekommen.
Das Wirtschaftsministerium habe auf Anfrage ausweichend reagiert. "KI ist in der Politik ein selbstverständliches, alltägliches Werkzeug geworden", zitiert der "Spiegel" eine Sprecherin. Als solches werde KI auch in der Vorbereitung von Reden und Beiträgen der Ministerin genutzt. Es komme darauf an, "künstliche und menschliche Intelligenz in das richtige Verhältnis zu setzen". Kürzlich wurde bekannt, dass weitere CDU-Politiker KI für Reden sowie Gastbeiträge verwenden, ohne dies zunächst explizit zu kennzeichnen: Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt.