Der TagBerlin streitet über Bunker von Hitlers Reichskanzlei
Unter einer unscheinbaren Brache in Berlin-Mitte liegen die letzten baulichen Spuren von Hitlers einstiger Machtzentrale verborgen: Auf dem Gelände der früheren Neuen Reichskanzlei existiert noch ein Bunker. Nun soll auch dieses Relikt verschwinden, denn auf dem Areal sind Wohnungen und Büros geplant. Nicht nur Denkmalschützer sehen die Pläne kritisch. "Eine der letzten Spuren der NS-Machtzentrale abzureißen, das ist heutzutage totaler Wahnsinn", sagt Dietmar Arnold, Vorstandsvorsitzender des Vereins Berliner Unterwelten, der sich mit dem Verein für den Erhalt des Bunkers einsetzt.
Berlins Bausenator Christian Gaebler spricht sich gegen einen Erhalt aus. Der "B.Z." sagte er: "Wir stehen dem Neubau von Wohnungen nicht im Wege, um einen Bunker zu erhalten, der dann womöglich noch zum Wallfahrtsort wird." Der Verein findet diese Position nicht nachvollziehbar. "Das ist nur ein vorgeschobenes Argument. Der Verein Berliner Unterwelten zeigt seit Jahren erfolgreich, wie man sich mit solchen Gebäuden auseinandersetzen kann, ohne sie gleich abzureißen", erklärt Arnold. Der Landesdenkmalrat, ein Expertengremium, sprach sich im vergangenen Jahr dafür aus, den Erhaltungszustand und eine Eintragung des Bunkers in die Denkmalliste zu prüfen. "Die Neue Reichskanzlei war Planungs- und Ausgangsort des Zweiten Weltkrieges und steht symbolhaft auch für das katastrophale Ende des NS-Regimes", heißt es in einer Empfehlung des Gremiums vom März 2025.