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Der TagBetrug mit EU-Geld: Athen macht komplette Behörde dicht

28.05.2025, 10:28 Uhr

Eine Behörde in Griechenland ist offenbar so korrupt, dass die Regierung sie lieber komplett dicht macht: Athen hat die für die Verwaltung und Vergabe von EU-Agrarsubventionen zuständige Behörde des Landes geschlossen. Hintergrund sind wiederholte Skandale und Betrugsfälle mit EU-Geld, an denen auch Mitarbeiter der Behörde beteiligt gewesen sein sollen. Derzeit wird gegen rund 100 Landwirte sowie Behördenmitarbeiter ermittelt.

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung hatte im vergangenen Jahr Unregelmäßigkeiten entdeckt. So gab es etwa fiktive landwirtschaftliche Flächen und Zahlungen an Menschen, die überhaupt nicht berechtigt sein können. So seien unter anderem felsige Gelände, Wälder und sogar Areale im Nachbarland Nordmazedonien als Agrarflächen deklariert worden, schreibt die Zeitung "To Vima". Der Schaden ist beträchtlich: Untersuchungen zufolge könnten seit 2017 rund 170 Millionen Euro unrechtmäßig ausgezahlt worden sein, berichten griechische Medien. In anderen Fällen soll die Behörde es nicht geschafft haben, verfügbare Mittel auszuzahlen, die dann an die EU zurückflossen. Im vergangenen Jahr sollen das 87 Millionen Euro gewesen sein. Wegen der zahlreichen Unregelmäßigkeiten musste Griechenland der EU bereits Bußgelder und Strafen zahlen.

Quelle: ntv.de