Der TagBrasilianer sitzt jahrelang unschuldig ein - wegen Facebook-Foto
In Brasilien saß ein Unschuldiger jahrelang im Gefängnis. Der britische "Guardian" berichtet von einem 37-jährigen Hausmeister aus Rio de Janeiro, der 2020 unschuldig in den Strudel eines defekten Rechtssystems geriet: Plötzlich wurde er beschuldigt, 62 Verbrechen begangen zu haben, darunter Diebstahl und zwei Morde. Die Grundlage? Alle Fälle beruhten ausschließlich auf der Aussage von Opfern, die ihn anhand eines Fotos "erkannten", das ohne sein Wissen aus seinem Facebook-Profil in eine polizeiliche Verdächtigenliste aufgenommen wurde. Drei Jahre saß Costa unschuldig im Gefängnis, bevor der Oberste Gerichtshof Brasiliens den Irrtum feststellte.
Trotz seiner Freilassung ist Costa noch nicht rehabilitiert - zehn der Anschuldigungen stehen weiterhin im Raum. Sein Leben ist geprägt von Gerichtsverfahren, Arbeitslosigkeit und der Angst, nie zur Normalität zurückzukehren. "Sie haben mein Leben zerstört, nur weil ich Schwarz und arm bin", sagt der zweifache Vater, der kaum noch Hoffnung auf Gerechtigkeit hat. Die Praxis, unregulierte Fotoerkennungen zur Grundlage von Anklagen zu machen, bleibt in Brasilien trotz scharfer Kritik ein gefährlicher Mechanismus, der besonders Benachteiligte trifft.