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Der TagBritische Regierung will IS-Rückkehrerin Pass entziehen

20.02.2019, 08:36 Uhr
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Begum ist 2015 als 15-Jährige gemeinsam mit Mitschülerinnen über die Türkei nach Syrien in die damalige IS-Hochburg Al-Rakka gereist. (Foto: dpa)

Vor vier Jahren setzt sich die damals 15-jährige Shamima Begum mit zwei Freundinnen über die Türkei nach Syrien ab, um sich der IS-Miliz anzuschließen. Am Wochenende brachte sie in einem kurdischen Gefangenenlager im Nordosten Syriens jetzt ein Kind zur Welt. Sie appellierte an die britischen Behörden, "Mitgefühl" zu zeigen und ihr zu erlauben, das Kind in Großbritannien aufzuziehen. Zugleich zeigte sie keinerlei Reue über ihre Entscheidung, sich dem IS angeschlossen zu haben.

Großbritannien will der jungen Britin, die nun zurück nach Hause will, die Staatsbürgerschaft entziehen. Die Familie von Shamima Begum sei "sehr enttäuscht über die Absicht des Innenministeriums, eine entsprechende Anweisung zu erteilen", teilte ein Anwalt der Familie, Tasnime Akunjee mit.

  • Dem Nachrichtensender ITV News zufolge wurde Begums Mutter in einem Schreiben des Innenministeriums über die Pläne informiert. Sie sei darauf hingewiesen worden, dass die junge Frau Widerspruch einlegen könne.

  • Laut Medienberichten geht die Regierung in London davon aus, dass Begum Anspruch auf die Staatsbürgerschaft Bangladeschs hat, da ihre Familie ursprünglich von dort stammt.

  • "Um dieses Land zu schützen", habe das Innenministerium die Befugnis, jemandem die britische Staatsbürgerschaft abzusprechen, wenn die Person nicht in die Staatenlosigkeit entlassen werde, zitierte die Nachrichtenagentur Press Association das Innenministerium. Zu Einzelfällen wolle dieses sich nicht äußern.