Der TagBürgermeister hängt aus Protest Macron-Porträt ab - Rüge folgt prompt
In seiner 150.000-Einwohner-Stadt leben 38 Prozent der Haushalte unterhalb der Armutsschwelle. Nun hat der Bürgermeister des Pariser Vororts Saint-Denis, Bally Bagayoko, aus Protest gegen soziale Ungleichheit das Porträt von Präsident Emmanuel Macron in seinem Büro abgehängt und deswegen Ärger bekommen. Der neue linke Bürgermeister hatte in einem Fernsehinterview gesagt, dass er das Präsidentenporträt umgedreht in eine Ecke seines Büros gestellt habe, "solange die Republik nicht in der Lage ist, die Ungleichheiten zu beseitigen".
Obgleich Bagayoko sagte, dass es sich um eine symbolische Geste handele, bekam er prompt Post vom Präfekten des Departements Seine-Saint-Denis, zu dem seine Stadt gehört. Zwar gebe es keine bindende Vorschrift, das Porträt des Präsidenten im Rathaus aufzuhängen, schrieb Präfekt Julien Charles. Wie die französische Flagge aber handele es sich um ein Symbol der Republik, das die Bürger ungeachtet politischer Gegensätze hinter ihren Institutionen vereinen solle. Mit seiner Geste verstoße er gegen diesen guten Brauch. Insofern "lade ich Sie ein, Ihre Position zu überdenken und als Bürgermeister über den Respekt der republikanischen Tradition zu wachen", mahnte der Präfekt in seinem von ihm auf der Plattform X öffentlich gemachten Schreiben. Bei etlichen Nutzern stieß er damit auf Protest. "Sehr geehrter Herr Präfekt, Kinder nicht auf der Straße schlafen zu lassen, gehört ebenfalls zur republikanischen Tradition. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie im Sinne dieser Tradition handeln würden", kommentierte ein Leser.