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Der TagCDU-Parteitag: Frauenquote, Gesellschaftsjahr, Leidenschaft

10.09.2022, 09:54 Uhr

Die CDU schließt ihren Bundesparteitag in Hannover am Samstag mit einem umstrittenen gesellschaftlichen Thema ab. Zur Abstimmung steht unter anderem ein Antrag für die Einführung eines "sozialen Jahres" für junge Leute. Es geht dabei um die Frage, ob ein "Gesellschaftsjahr" verpflichtend oder freiwillig sein soll. Während Parteichef Friedrich Merz sich noch nicht offen positioniert hat, wirbt etwa sein Vize Carsten Linnemann, der auch Vorsitzender der Grundsatzkommission ist, für die verpflichtende Variante.

Am Freitagabend hatte der Parteitag nach jahrzehntelangem Streit die schrittweise Einführung einer Frauenquote in der CDU beschlossen. Für einen von Merz vorgelegten Kompromiss stimmten 559 Delegierte - nötig waren mindestens 501 Stimmen. Mit Nein votierten 409 Delegierte, elf enthielten sich. Die Regelung sieht vor, bis 2025, beginnend bei Vorstandswahlen auf Kreisebene, schrittweise eine Frauenquote von bis zu 50 Prozent einzuführen. Merz hatte als Kompromiss vorgeschlagen, dass diese Regelung Ende 2029 wieder auslaufen soll. Der Abstimmung war eine knapp zweistündige kontroverse Diskussion vorausgegangen. "Das ist die Leidenschaft, die ich mir für diese Partei immer gewünscht habe", sagte Merz, der als letzter von 36 Rednern und Rednerinnen ans Pult ging und für den Kompromiss warb.

Quelle: ntv.de