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Der TagClaims Conference fordert mehr Aufklärung über Holocaust

23.01.2024, 06:36 Uhr
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Extrem bedrückender Ort: Das Tor zum früheren Konzentrationslager Auschwitz I im polnischen Oswiecim. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Es ist mir unbegreiflich, aber es gibt ja Menschen, die ernsthaft meinen, den Holocaust hätte es nicht gegeben oder es wäre "alles nicht so schlimm gewesen". Und die Zahl der Menschen, die eine der schlimmsten Gräueltaten in der Geschichte der Menschheit verleugnen oder verharmlosen hat zuletzt zugenommen - genauso antisemitische Straftaten. Deshalb ist es nachvollziehbar, dass die Claims Conference mehr Engagement fordert, verstärkter über den Massenmord der Nazis aufzuklären. Das sei auch mit Blick auf die schwindende Zahl von Überlebenden der Nazi-Verbrechen notwendig, schrieb die Organisation aus Anlass des Holocaustgedenktages am kommenden Samstag. An diesem Tag wird an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau vor 79 Jahren und die Millionen Opfer der Nazis erinnert. Nach einer von der Claims Conference veröffentlichten Studie gibt es weltweit derzeit noch etwa 245.000 Holocaust-Überlebende.

Die Zahl der wichtigen Zeitzeugen schwinde jedoch schnell. Nach der von der Claims Conference veröffentlichten Studie lebt fast die Hälfte aller Überlebenden der Schoah, wie der Holocaust in Israel genannt wird, in Israel (49 Prozent). 16 Prozent leben in den USA und 17,5 Prozent in Westeuropa. In Europa leben die meisten Überlebenden in Frankreich (21.900), in Deutschland sind es 14.200 Überlebende. 95 Prozent der Überlebenden sind sogenannte Child Survivors, sie waren am Ende des Zweiten Weltkriegs im Durchschnitt erst sieben Jahre alt. Die nach dem Zweiten Weltkrieg 1951 gegründete Claims Conference mit Sitz in New York kümmert sich in Zusammenarbeit mit 300 Hilfsorganisationen in mehr als 90 Ländern um Ansprüche jüdischer Überlebender und um deren Wohl.

Quelle: ntv.de