Der Tag

Der TagDas neue Bundestagspräsidium: 5 Frauen und 1 Kubicki

26.10.2021, 18:53 Uhr

Im neuen Bundestagspräsidium dominieren die Frauen: Die neue Präsidentin Bärbel Bas hat vier Stellvertreterinnen und nur einen Stellvertreter. Die AfD bleibt erneut außen vor. Zwar hat jede Fraktion das Vorschlagsrecht für einen Vizeposten, aber der AfD-Kandidat Michael Kaufmann verfehlte die Mehrheit - wie bereits die anderen Kandidaten der AfD-Fraktion in der vorangegangenen Legislaturperiode.

63db42e8ac9b7c94387aa59d545f3fdd
Özoguz, Kubicki, Bas, Pau, Magwas und Roth (v.l.n.r.) (Foto: dpa)
  • Bärbel Bas: Der SPD als stärkster Fraktion im Bundestag steht der Posten der Bundestagspräsidentin zu. Ihre bisherige Vizefraktionschefin Bärbel Bas wurde mit großer Mehrheit zur Parlamentspräsidentin gewählt. Die 53-Jährige schreckte in der großen Koalition nicht vor Streit mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn über die Corona-Politik zurück.

  • Aydan Özoguz: Die 54-jährige Sozialdemokratin verfügt über jede Menge politische Erfahrung. Von 2001 bis 2008 saß sie in der Hamburger Bürgerschaft, im darauffolgenden Jahr zog sie erstmals in den Bundestag ein. Ende Dezember 2011 wurde sie für sechs Jahre stellvertretende Vorsitzende der SPD. Dass sie in Sachen Migrationspolitik klare Kante zeigen kann, hat Özoguz 2011 in ihrer Funktion als Integrationsbeauftragte bewiesen.

  • Yvonne Magwas: Die in die Opposition verbannte Union tat sich schwer, den begehrten Vizeposten zu besetzen. Wegen mehrerer Bewerber drohte eine Kampfabstimmung. Am Ende wurde es die CDU-Abgeordnete Yvonne Magwas. Unionsfraktionschef Ralf Brinkhaus verwies darauf, dass die 41-Jährige ein Direktmandat im sächsischen Vogtlandkreis erringen konnte und als Mutter eines Kindes "mitten im Leben steht".

  • Claudia Roth: Für die 66-jährige frühere Grünen-Chefin ist die Tätigkeit im Präsidium eine Herzensangelegenheit. Im Bewerbungsschreiben für eine weitere Amtszeit betonte sie, dass sie dieses Amt stets "aus tiefster Überzeugung, mit Leidenschaft, mit Herz und Haltung für uns und für unsere Demokratie" ausübe.

  • Petra Pau: Die 58-jährige frühere PDS-Politikerin bekleidet ihr Amt seit 2006 - und ist damit die Dienstälteste in der Riege der Vizes. Sie wurde in das Amt gewählt, nachdem der ursprüngliche Linken-Kandidat, der damalige Parteichef Lothar Bisky, wegen der gegen ihn erhobenen Stasi-Vorwürfe mehrmals durchgefallen war.

  • Wolfgang Kubicki: Auch der FDP-Vertreter im Bundestagspräsidium betrachtet sein Amt als "richtig tollen Job". Allerdings weiß der 69-jährige Jurist sehr wohl, dass er auch für eine andere Funktion im Gespräch ist: den Fraktionsvorsitz der Liberalen im Bundestag. Doch zumindest vorerst wird der Vizeparteichef der FDP sein Amt als Bundestagsvizepräsident behalten.

Quelle: ntv.de