Der TagDas war Donnerstag, der 7. November 2024
Mannomann, liebe Leserinnen und Leser, die letzten 48 Stunden hatten es in sich: erst der relativ klare Trump-Sieg in den USA, dann das Ampel-Aus. Man kann noch nicht absehen, wo jedes der beiden Ereignisse für sich genommen hinführt - und auch nicht, was die Kombination bringen wird.
Eines habe ich aber festgestellt: das Ampel-Aus hat der deutschen Öffentlichkeit die Angst genommen. Oder zumindest einmal ein faszinierendes Beobachten und Bestaunen des Berliner Politikbetriebs ausgelöst, das kaum noch Platz ließ für anderes.
Hätte es kein Ampel-Aus gegeben, hätten sich mit Sicherheit der heutige Tag und auch die Folgetage ganz um Trump und seine zweite Präsidentschaft gedreht - mit allen potenziellen Horrorszenarien, die nun möglich und vorstellbar sind.
Die Ampel-Chefs um Olaf Scholz haben es aber geschafft, dass der Fokus in eine ganz andere Richtung gedreht wurde. Freischwimmen aus Angst durch einen Counter-Move, den in seiner Form so niemand erwartet hätte.
Mit wem man auch spricht: jeder ist interessiert am Ampel-Aus. Es taugt gar für ein Krimi-Dinner. Es wird heute viel mehr darüber geredet als über Trump. Von einem Freund, der nicht Deutsch spricht, bekomme ich kommentarlos einen Artikel aus dem "Guardian" zum Ampel-Aus geschickt. Elon Musk, der als Trumps kolportierter Superberater eigentlich schon längst damit beschäftigt sein sollte, die US-Staatsausgaben zu minimieren, mischt sich auf Deutsch ein und schreibt auf X: "Olaf ist ein Narr". Das klingt fast schon wie ein Song, zu dem in einigen Jahren in Berlin auf Raves getanzt werden könnte.
Jetzt steht das Ampel-Aus im Zentrum, wird in einigen Tagen aber seinen Nimbus verlieren. Wir werden uns aber immer daran erinnern können!